Schulschließung erfolgt von September an auf Raten

Es ist beschlossen: Zum neuen Schuljahr wird keine fünfte Klasse mehr an der Christoph-von-Pfeil-Schule in Unterdeufstetten eingerichtet. Der Werkrealschulzweig wird aber noch drei Schuljahre weitergeführt.

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"Der Begriff Schulschließung ist zwar in der Sitzung oft gefallen, das ist es heute aber sicherlich nicht", betonte Bürgermeister Martin Piott, bevor er in der Gemeinderatssitzung am Montagabend zur Abstimmung aufrief. Einstimmig votierten die Gemeinderäte daraufhin dafür, ab dem Schuljahr 2014/15 an der Fichtenauer Christoph-von-Pfeil-Schule keine fünfte Klasse mehr zu bilden. Die Werkrealschule wird also nicht sofort geschlossen, aber sie wird langsam auslaufen.

Mit dieser Entscheidung stimmte der Gemeinderat zwar gegen die Zukunft der Schule aber dennoch für die Schüler, die momentan die Werkrealschule in Unterdeufstetten besuchen. Ihnen wird mit dem Beschluss eines schrittweisen Rückbaus der Werkrealschule die Chance eingeräumt, ihre in Fichtenau begonnene Schullaufbahn hier zu beenden. Zumindest für die jetzigen Sechstklässler und alle höheren Jahrgänge stehen die Zeichen gut, dass der Werkrealschulbetrieb bis zu ihrem Abschluss bestehen bleibt.

Aus Sicht des Gemeinderates ist ein langsames Auslaufen - jedes Jahr verlässt die Abschlussklasse die Schule und es kommen keine neuen Schüler nach - das Beste, was aus der Situation einer sterbenden Schulart herauszuholen ist. Denn die Rettung der Werkrealschule stand schon gar nicht mehr zur Debatte. Das hatte Schulamtsdirektorin Ursula Stock zuvor unmissverständlich anhand der Fichtenauer Schülerzahlen klargemacht: Momentan gibt es insgesamt 34 Werkrealschüler, davon drei in Klasse 5, jeweils sechs in den Klassen 6 und 7, neun Schüler in Klasse 8 und zehn Neuntklässler. Ab dem nächsten Schuljahr passen alle Werkrealschüler rechnerisch in eine Klasse.

"Wir müssen den Tatsachen realistisch ins Auge sehen. Bei diesen Schülerzahlen führt an der Schließung kein Weg vorbei", sagte Ursula Stock.

Nach dem neuen Schulgesetz, das noch in diesem Jahr in Kraft treten soll, müssen mindestens 16 Schüler die Eingangsklasse einer bestehenden weiterführenden Schulen besuchen, andernfalls gibt es eine Mahnung der unteren Schulaufsichtsbehörde. Wird die Mindestschülerzahl in zwei aufeinanderfolgenden Jahren unterschritten, wird die Schließung der Schule durch die obere Schulaufsichtsbehörde verordnet. "Ich denke, wir sollten nicht zwei Jahre warten, um uns die Schließung dann diktieren zu lassen. Das wäre aus Sicht der Kinder keine gute Lösung", so Stock. Diesem Argument konnten die Gemeinderäte folgen.

Stefan Reuter, Leiter der St. Raphael Kinder- und Jugendhilfe in Unterdeufstetten, die regelmäßig Schüler auf die Christoph-von-Pfeil-Schule schickt, und die Elternbeiratsvorsitzende Isabelle Keller bedauerten die Entwicklung und hoben die Vorzüge der ländlichen Werkrealschule hervor. "Unsere Schüler haben sich für diese Schule entschieden, weil sie sich hier wohl- und zu Hause fühlen", sagte Isabelle Keller.

Für den Wohlfühlfaktor ist neben der schnellen Erreichbarkeit und der übersichtlichen Größe vor allem das Kollegium verantwortlich. Schulleiterin Dagmar Dörzbach dankte in dessen Namen dem Schulträger, der sich trotz sinkender Schülerzahlen seit nunmehr zehn Jahren stets für den Erhalt der Schule eingesetzt hatte. Sie betonte, dass der Schulbetrieb bisher auch mit wenigen Schülern pädagogisch sinnvoll gewesen sei. "Unsere Lehrerversorgung war gut, die uns zugeteilten Stunden reichten für einen fundierten Unterricht gut aus. Mit dem hier erzielten Abschluss sicherten sich die Schüler eine gute weiterführende Aus- oder Schulbildung."

Nach dem Gemeinderatsbeschluss bleibt nachfolgenden Schülergenerationen dieser Weg verschlossen. Sie werden sich künftig nach der Grundschulzeit in Fichtenau für eine weiterführende Schule in Crailsheim, Ellwangen, Dinkelsbühl oder in den Nachbargemeinden Frankenhardt und Kreßberg entscheiden müssen. Denn die Christoph-von-Pfeil-Schule wird in einigen Jahren eine reine Grundschule sein.

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