Schuften in gleißender Sonne: Ein Bauarbeiter gibt Tipps

Die Temperaturen haben am Wochenende Höchstwerte erreicht. Das HT hat sich an Arbeitsplätzen umgesehen und gibt nützliche Tipps.

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  • Zur Trinkflasche muss Johann Roos auf der Baustelle im Crailsheimer Wohngebiet Roter Buck im Moment ständig greifen - die regelmäßige Zufuhr an Flüssigkeit ist beim Arbeiten im Sommer für ihn unabdingbar. Foto: Marius Leuschner 2/3
    Zur Trinkflasche muss Johann Roos auf der Baustelle im Crailsheimer Wohngebiet Roter Buck im Moment ständig greifen - die regelmäßige Zufuhr an Flüssigkeit ist beim Arbeiten im Sommer für ihn unabdingbar. Foto: Marius Leuschner
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Bauarbeiter zu werden - das gehört bei vielen Jungen im Kindergartenalter, neben einer Laufbahn als Astronaut oder Feuerwehrmann, noch zu den realistischsten Karriereoptionen. Mit beginnender Altersreife verlieren die meisten diesen Traum jedoch aus den Augen. Dabei ist das Leben des Bauarbeiters längst kein schlechtes, wie Johann Roos bekräftigt - nur an heißen Tagen eben ein ziemlich anstrengendes.

Roos stampft gerade mit seinen Kollegen im Stadtteil Roter Buck in Crailsheim einen neuen Wohnkomplex aus dem Boden - bis die sonnendurchfluteten Wohnungen, wie sie in Broschüren schon dargestellt gezeigt werden, fertig sind, wird es wohl noch einige Monate dauern - und Johann Roos wird während des Sommers noch einige Liter Wasser über die Haut verlieren. "Im Moment trinke ich gut vier bis viereinhalb Liter, um den Tag durchzustehen", erzählt der Kranführer passenderweise, als er sich gerade den Schweiß von der Stirn wischt. Der Tag beginnt für ihn meist um 7 Uhr - "da ist es augenblicklich noch wirklich angenehm. Aber so ab 10 wird die Sonneneinstrahlung dann zu Gift."

T-Shirt gegen Snnenbrand

Entgegen allen Klischees vom braungebrannten, halbnackten Bauarbeiter, bleibt das T-Shirt auf der Baustelle meistens an. Roos Kollege, Vorarbeiter Gerald Weidenbacher erklärt wieso: "Von Wasser oder Schweiß durchtränkte Kleidung kühlt logischerweise." Außerdem mindere der Stoff nun einmal die Gefahr eines Sonnenbrands - im Baugewerbe ein nicht zu unterschätzender Faktor.

"Man muss schon zusehen, dass man ab und zu mal aus der Sonne rauskommt", meint Johann Roos - so weit wie möglich, passt man sich der Laufrichtung der Sonne an, um auch einmal im Schatten arbeiten zu können. Am schlimmsten ist es wohl, im Baugraben zu malochen. "Da unten geht ja absolut kein Wind. Wenn dann noch die Sonne vom wolkenlosen Himmel runterbrennt, dann weiß man, was Hitze bedeutet." Aber: "Daran gewöhnt man sich auch. Bei genügend Flüssigkeitszufuhr klappt das ganz gut."

Mit einem anderen Klischee räumt Hannes Trumpp auf ,ein weiterer von Roos Kollegen: dem vom enormen Bierdurst des Bauarbeiters. "Der Alkoholkonsum bei uns ist mittlerweile gleich null, das ist schon ganz anders als früher. Aber selbst nach Feierabend wären Schnaps oder Bier heute nicht gerade zu empfehlen." Geachtet wird auch darauf, dass Getränke nicht zu kalt sind, "sonst schwitzt man noch viel mehr", meint Trumpp.

Eine weitere wichtige Rolle spielt die Ernährung. Johann Roos verzichtet, wie er sagt, bei hohen Temperaturen generell auf schwere Kost. "Ich ess dann lieber Bananen oder einen Salat. Anderes Essen würde mich, glaube ich, zu sehr belasten", sagt Johann Roos - dass echte Männer immer Fleisch essen, ist noch so eine Vorstellung, die sich nicht zu bewahrheiten scheint.

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