Schüler üben den beruflichen "Ernstfall"

An drei Schulen im Kreis - der Eichendorffschule in Crailsheim, der Schenkenseeschule in Hall und der Hermann-Merz-Schule in Ilshofen - zeigen derzeit Wirtschaftsjunioren, wie man sich richtig bewirbt.

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Das HT war in Ilshofen dabei, als Stefanie Hintermaier an die Tür klopft, hereinkommt und sich vorstellt. Die Achtklässlerin bewirbt sich um einen Ausbildungsplatz in einer Autowerkstatt - und hat bislang alles richtig gemacht.

Doch noch ist der Ernstfall nicht eingetreten. Noch steht "nur" Kathrin Kranz vor ihr. Sie gehört zu den Wirtschaftsjunioren Schwäbisch Hall-Crailsheim und übt gerade Vorstellungsgespräche. "Schön, dass du dich bei uns beworben hast", spielt Kathrin Kranz das Rollenspiel weiter. Kathrin Kranz organisiert derzeit das Programm "Stufen zum Erfolg", das die Wirtschaftsjunioren mit der 8. Klasse der Hermann-Merz-Schule in Ilshofen absolvieren.

Die erste Stufe haben die Achtklässler der Werkrealschule bereits hinter sich gebracht. Sie lautete "Benimmtraining". Das richtige Begrüßen war eines der Themen - und Stefanie Hintermaier hat gut aufgepasst: Sie geht auf Kathrin Kranz zu, gibt ihr die Hand, stellt sich vor, schaut sie an - nach allen Regeln der Kunst. Kathrin Kranz nickt zufrieden und schlägt die Bewerbungsmappe von Stefanie auf. Schon vorher haben die Wirschaftsjunioren den Schülern genau erklärt, worauf es ankommt - eine weitere "Stufe zum Erfolg": In der Bewerbung nicht zu salopp formulieren, ein aktuelles Foto und eine Unterschrift auf dem Lebenslauf beifügen, Zeugnisse nicht vergessen und ja keine Rechtschreibfehler machen. Das sind die wichtigen Eckpunkte.

Nun stellt Kathrin Kranz der Schülerin die typischen Fragen: "Warum willst du Mechatronikerin werden, wie verbringst du deine Freizeit, welche Praktika hast du gemacht?" Die Schüler müssen damit rechnen, dass auch Fragen gestellt werden, die nicht direkt mit dem Ausbildungsplatz zusammenhängen. "Das hilft den Unternehmen, sich ein besseres Bild über den Bewerber zu machen", erklärt Kathrin Kranz.

Auch die Wirtschaftsjunioren Manuela Kasper (Flair Parkhotel Ilshofen) und Markus Ströbel (Bausch + Ströbel) sitzen gerade mit Schülern zusammen und proben. Auch sie schauen sich die Zeugnisse und die Noten an. Auch sie stellen dieselben Fragen. "Warum hast du dich denn gerade bei uns beworben?". Ein Schüler antwortet: "Weil die Busverbindung gut ist." Nächste Frage: "Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?" Der Schüler denkt lange nach und antwortet: "Weiß nicht." Diese Antworten lassen natürlich jeden Personaler zusammenzucken. Gut, dass sie beim Üben passiert sind. Es kann also nachgebessert werden. "Informiert euch über die Firma, bei der ihr euch bewerbt. Schaut im Internet nach und fragt eure Eltern oder im Arbeitsamt", sagt Kathrin Kranz. Auch bei Ausbildungsmessen gebe es wertvolle Informationen. "Die Unternehmen wollen wissen, wie motiviert ihr seid."

Bei Stefanie Hintermaier läuft alles glatt: "Kfz-Mechatronikerin ist einfach mein Traumberuf", sagt sie. Das sei zwar kein Mädchenberuf, klar. "Und manche lachen mich auch aus. Aber ich bestimme selber über mein Leben." Das überzeugt. Wenn Kathrin Kranz nicht bei Bausch + Ströbel in der Personalabteilung sitzen würde, sondern in dem Kfz-Betrieb - vielleicht hätte Stefanie den Ausbildungsplatz jetzt sogar in der Tasche.

Einen Einblick in die Praxis erhielten die Schüler an ihrem Trainingstag auch: Die Schüler hatten sich nämlich bei der Firma Inotec Engineering getroffen. Diese rasch wachsende Firma stellt unter anderem landwirtschaftliche Spezialmaschinen in den großen Gebäuden hinter der Arena Hohenlohe her. Geschäftsführer Bernd Kettemann hat für diesen Sommer sogar noch einen Ausbildungsplatz zum Industriemechaniker frei. So schnell geht es für die Achtklässler noch nicht. Sie müssen erst ihre Schule fertig machen. Und sich auf die Abschlusspräsentation vorbereiten.

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