Schüler anspornen

Soll Sitzenbleiben in Schulen abgeschafft werden? Die Landtagsabgeordneten Friedrich Bullinger (FDP) und Helmut Rüeck (CDU) wollen es beibehalten; Nikolaos Sakellariou sieht es differenziert.

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Weil der Notendurchschnitt auf dem Zeugnis nicht ausreicht, wird die Schülerin nicht versetzt. Symbolfoto: Sabine Kuppler

Der FDP-Landtagsabgeordnete Friedrich Bullinger aus Rot am See möchte das Sitzenbleiben beibehalten. Die Aussicht, eine Klasse wiederholen zu müssen, habe schon manchem Schüler geholfen, sich etwas mehr auf die Schule zu konzentrieren. Er denke dabei an Schüler in einem gewissen Alter, die stundenlang vor dem PC sitzen, statt für Klassenarbeiten zu lernen. Seiner Meinung nach sind Noten wichtig. Auch die Schüler würden das so sehen. "Sie wollen eine Leistungsbewertung und sie sind auch leistungsbereit", hat er festgestellt.

Helmut Rüeck, Landtagsabgeordneter der CDU aus Crailsheim, ist gleicher Ansicht. "Sitzenbleiben ist sicher nichts Schönes, aber auch kein Weltuntergang. Leistung ist Arbeit auf Zeit. Es ist gut, wenn dies bereits Schüler zur Vorbereitung auf das ganze Leben lernen - und dazu gehört auch das Bewusstsein, dass man es am Ende eines Schuljahres möglicherweise nicht schafft. Aber bei der neuen Bildungspolitik des Landes sind Leistungsvergleiche offensichtlich nicht mehr erwünscht." Der Leistungsgedanke bleibe außen vor, Lehrer würden zu reinen Lernbegleitern abgestuft. Der Haller SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou sieht es differenziert: "Es ist nicht nötig, dass ein Kind, das in einem Fach schlecht ist, ein ganzes Jahr wiederholen muss." Er kann sich auch mit dem kanadischen Modell anfreunden: Nachholen des Stoffes in den Sommerferien mit einer Prüfung am Schluss. Das schaffe Ansporn für Lehrer, Schüler zu fördern, weil das Kind sonst im nächsten Jahr mit noch größeren Wissenslücken in derselben Klasse sitze.

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