Schrozberger Realschüler lernen soziale Verantwortung

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir, so sagt das Sprichwort. In der Realschule Schrozberg wird die Redensart wörtlich genommen und auf vielfältige Weise in die Praxis umgesetzt.

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Hier werden die Schüler fit gemacht für die Anforderungen in der Welt außerhalb der Schulmauern. Und manchmal gibt es gar Schnittstellen: Im Rahmen eines Projektes im Bereich Wirtschaft-Verwalten-Recht zum Beispiel gründeten Achtklässler eine eigene Firma. Die Schülerfirma "TiPu" entwirft und vertreibt T-Shirts und Pullis mit dem Schullogo. Bei der Präsentation der Kollektion beim letzten Schulfest fanden die Kleidungsstücke reißenden Absatz. Der Erfolg ermunterte die Schüler weiterzumachen. Sie kreieren mittlerweile eigene Motive und nehmen auch Bestellungen von Kunden außerhalb der Schule auf. "Die Schülerfirma ist ein unglaublicher Erfolg", freut sich Rektor Urban Brändle, "es ist erstaunlich, was unsere Schüler da auf die Beine gestellt haben."

Die Schule stützt sich auf drei Säulen. Zur "Schule als Lebensraum" gehört ein vielfältiges Nachmittagsangebot. Die Schüler können aus 30 Arbeitsgemeinschaften wählen, die in Kooperation mit ehrenamtlich tätigen Personen und den Vereinen angeboten werden. In den täglichen Lernzeiten können Hausaufgaben erledigt oder für Klassenarbeiten gelernt werden. An der "Gewaltfreien Schule" arbeiten alle mit - Schüler, Lehrer Eltern, zwei pädagogische Assistentinnen und eine Schulsozialarbeiterin. Es gibt eine Schulcharta, in der das gewünschte Verhalten aller am Schulleben Beteiligten sowie die pädagogischen Ziele festgeschrieben sind. Regelmäßig werden Schülermentoren ausgebildet, die sich als Busbegleiter, in den Lernzeiten, als Schülerlotsen oder Streitschlichter engagieren und so soziale Verantwortung übernehmen.

Ein dritter Schwerpunkt ist die Berufswegeplanung

Die Schule wurde mit dem Berufswahlsiegel BoriS ausgezeichnet. Regelmäßig findet das Planspiel zur Berufserkundung statt und alle zwei Jahre gibt es eine Berufsinfobörse. Bildungspatenschaften mit örtlichen Betrieben unterstützen den Übergang von der Schule in den Beruf. Diesen Weg wählen allerdings nur knapp ein Drittel der Absolventen. Fast 70 Prozent der Realschüler besucht anschließend ein berufliches Gymnasium oder das Berufskolleg. "Viele Eltern betrachten unsere Realschule als G9 - also als einen Weg, auf dem ihr Kind bequem das Abitur ansteuern kann", berichtet Urban Brändle, "rund 25 Prozent unserer Fünftklässler haben eine Gymnasialempfehlung." Die guten Abschlüsse - rund 60 Prozent Preise und Belobigungen gibt es jedes Jahr - sprechen für sich.

Den neuen Bildungszielen verschließt sich die Realschule Schrozberg nicht. In den Hauptfächern wurden zwei Wochenstunden Individuelles Lernen (IL) eingeführt, im nächsten Schuljahr sollen weitere IL-Stunden hinzukommen. Für die Ausstattung und den Einsatz neuer Medien bekam die Schule einen Medienpreis. Schrozberg gehörte zu den Starterschulen, die das "Profil AC" eingeführt haben, bei denen Achtklässler ihre persönlichen Stärken herausarbeiten und darin schwerpunktmäßig gefördert werden. "Viel zu oft wird Schülern im Unterricht aufgezeigt, was sie alles nicht können. Wir haben die Perspektive gewechselt und sehen uns die Stärken an. Das macht einen großen Unterschied", erklärt Brändle.

Als Verbundschule wachsen die beiden Zweige Real- und Werkrealschule unter einem Dach schon lange zusammen. In Sport, Religion und bildende Kunst wird bereits gemeinsam unterrichtet. "Beide Schulen sind eng miteinander verwoben, die eine lässt sich von der anderen gar nicht richtig abkoppeln", meint der Schulleiter. So stellt er sich auch die Zukunft vor, welcher er voller Optimismus entgegenblickt. "Am Ende werden wir eine Schule sein, wie immer sie dann heißen wird - mit zwei Klassen pro Jahrgang und Kindern unterschiedlichen Bildungsniveaus", so Brändle.


Die Realschule Schrozberg

Die Verbundschule mit Grund-, Werkreal- und Realschule gibt es seit 1967. Derzeit besuchen 185 Realschüler die Schule Schrozberg. Die Realschule ist in den Klassenstufen 5 und 10 einzügig und in den übrigen Jahrgangsstufen zweizügig. Die durchschnittliche Klassengröße beträgt 19 Schüler. 43 Lehrer unterrichten an der Verbundschule.

Der Einzugsbereich erstreckt sich auf die Gemarkung Schrozberg und die umliegenden Gemeinden. Es gibt ein Ganztagesangebot in offener Form an fünf Tagen: Lernzeit mit Mittagsbetreuung, Mittagessen, sowie 30 Arbeitsgemeinschaften.

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