Schrozberger protestieren gegen Mobilfunk-Sender

In Schrozberg geht die Angst vor dem Mobilfunk um - zu diesem Schluss kommt zumindest eine Bürgerinitiative, die 960 Unterschriften gegen einen neuen Sender am Rand eines Wohngebietes gesammelt hat.

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Umstrittener Sender: Die Telekom will dort mit LTE aufrüsten.  Foto: 

Den Mobilfunk-Markt in Schrozberg teilen sich vier Netzbetreiber: Drei Antennen funken auf dem LBV-Lagerhaus, ein Sender ragt unweit des Baugebietes Schorren in den Himmel.

Das Grundstück für diesen Standort hat die Stadt Schrozberg schon vor 25 Jahren an die Telekom verpachtet - damals diente die Anlage als Einspeisepunkt für das Kabelfernsehen. Mittlerweile kam noch eine Mobilfunk-Antenne für das D-1-Netz hinzu. Die Verträge laufen bis zum Jahr 2018 und können jeweils um zehn Jahre verlängert werden. Jetzt will die Telekom noch einen weiteren Sender am Standort Schorrenwald für die sogenannte LTE-Funktechnik installieren, die ebenfalls einen mobilen Zugang ins Internet ermöglicht.

Gegen diesen zusätzlichen Sender (wie überhaupt gegen alle strahlenden Errungenschaften der modernen Telekommunikation) wehrt sich Klaus Weber aus Schrozberg mit Händen und Füßen. Jetzt gelang es ihm, per Unterschriftenaktion 960 Bürger hinter sich und seinen Protest zu bringen.

Krebsfälle rund um Sender-Standorte

Den schnellen Griff zum Kugelschreiber mag eine Zahl beflügelt haben: Rund 100 Krebsfälle vor allem unweit der beiden Sender-Standorte ergab eine private Erhebung der Mobilfunk-Gegner.

Unterschriften mitsamt Protestnote übergab Klaus Weber bei der Bürgerfragestunde in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Stadtverwaltung forderte er unter anderem dazu auf, "nach einem Weg zu suchen, dass die Telekom zusichert, dass keine weiteren Antennen errichtet werden". Bürgermeister Klemens Izsak ("Ich nehme die Sorgen der Bürger ernst") nahm sich viel Zeit für einen Antwort. Zum einen habe die Telekom das Recht, eine weitere Antennen zu installieren - und die Stadt keinerlei Einfluss darauf: "Auch wenn wir den Vertrag kündigen, baut die Telekom fünf Meter weiter im Staatswald einen neuen Sender."

Andererseits, so Klemens Izsak, "macht man es sich vielleicht etwas zu leicht, von den Antennen auf die Zahl der Krebserkrankungen zu schließen". Er jedenfalls kenne keine einzige unter zahllosen Studien, die einen konkreten Zusammenhang herstellen konnte.

Gemeinderat Walter Markert, bis vor Kurzem auch Vorstandsvorsitzender der LBV, verwies darauf, dass die Genossenschaft schon vor der Unterschriftenaktion beschlossen habe, keine weiteren Antennen auf dem Lagerhaus zu installieren. Für die LBV-Filiale in Rot am See sei ein Vertrag schon gekündigt worden. Eine Messung auf dem dortigen Lagerhaus hat im Juli 2012 ergeben, dass der Sender nur 0,25 Prozent des gesetzlichen Grenzwertes ausschöpft.

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