Schrozberger Lutherlauf: Keine Spur von einem Teufelsbund

Auf den Spuren von Junker Jörg: Einen schauspielerischen Einblick in die Zeit der Reformationen haben am Freitag die mehr als 100 Teilnehmer des Lutherlaufs in Schrozberg geboten bekommen.

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Eine Station beim Schrozberger Lutherlauf: Der päpstliche Gesandte speist beim Kurfürsten - und findet keine Indizien für einen Teufelsbund.  Foto: 

Los geht die Aktion der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Titel "Geheimakte Luther" in der Stadtkirche. Zurück gehts bis ins Jahr 1527. Laienschauspieler in den Rollen von Zeitzeugen Martin Luthers erzählen sich von den Vorkommnissen der damaligen Zeit. Die Welt im Jahre 1527 nach Christus "ist aus den Fugen geraten", fängt Erzähler Helmut Moser an. In Italien ist der Kampf um die Macht über das Land im Gange. Die Stadt Rom fällt zahlreichen Plünderungen zum Opfer. Der amtshabende Papst Clemens ist sich sicher: Die neuen Ansichten, ausgelöst durch Martin Luthers Thesen, sind schuld an den Aufständen.

Kurzerhand schickt das Kirchenhaupt den Gesandten Magister Bolemius nach Wittenberg in Deutschland. Hier soll dieser Beweise dafür finden, dass Luther im Bunde mit dem Teufel ist. Angekommen in Deutschland, sucht der Gesandte den Hauslehrer und Musikus Conradus Overbeck auf. Dieser hat einiges über Luther zu berichten, jedoch nichts gegen ihn. An dieser Stelle wird die Gemeinde in das Spiel eingebunden, indem "das gemeine Volk" Luthers bekanntes Stück "Ein feste Burg ist unser Gott" zum Besten gibt.

Danach macht sich Magister Bolemius zusammen mit den Besuchern auf den Weg zur nächsten Station. Auf dem Platz vor der Kirche werden Fackeln verteilt. Die Gruppe wandert zum Schloss. Hier trifft der Reisende auf die Magd Gritt, die Luther als Junker Jörg, während er die Bibel übersetzte, auf der Wartburg versorgt hat. Auch sie kann nichts Negatives über ihn berichten.

Im Schlosspark auf dem "Gailwiesle" speist Magister Bolemius mit dem Kurfürsten von Sachsen an einer Tafel. Er erhofft sich nun endlich handfeste Beweise gegen Luther. Doch auch der Kurfürst sagt nur Gutes.

So ähnlich geht das weiter: Eine Cousine Luthers ist nur darauf aus, jemanden zu finden, der für sie sorgen kann. Da nimmt Magister Bolemius gleich Reißaus. Die Schwester von Johann Tetzel, dem Ablassbrief-Verkäufer, ist naturgemäß nicht besonders gut auf den Reformator zu sprechen - und dennoch kann sie kein Zeichen für eine Zusammenarbeit Luthers mit dem Teufel liefern. Zurück in der Kirche, besucht der Magister die Ehefrau Martins, Katharina von Bora. Diese überzeugt den Gesandten des Papstes von der Unschuld ihres Mannes und der Wichtigkeit seiner Thesen.

Dem Team um Regisseurin Angelika Brenner ist es wichtig, die Geschichte hinter dem evangelischen Glauben zu verbreiten, aber auch, "dass sich hier die Menschen zwanglos begegnen können", wie Helmut Moser sagt. Bei stilechten Leckereien wie einem "Magistersüppchen", den "Kurfürsten-Würstchen" oder einem "Frömmigkeitstrank" lassen Besucher und Schauspieler den Abend ausklingen.

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