Schon als Twen an Rente denken

Was Frauen bei der Rente beachten sollten, erklärte Udo König bei einem Vortrag in Großaltdorf, zu dem rund 30 Frauen kamen. Die Brisanz des Themas: Frauen bekommen oft sehr wenig Geld im Alter.

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Angelika Hübsch diskutierte in Großaltdorf über das Thema Rente mit. Wer wie sie Angehörige pflegt, sollte sich gut informieren.  Foto: 

Die Mütterrente, die letztes Jahr eingeführt wurde, sei die erste wirkliche Verbesserung bei der Rente für Frauen, seit er bei der Deutschen Rentenversicherung in Hall arbeitet, meinte Udo König. Von ihr profitiere sicher ein großer Teil des weiblichen Publikums, das überwiegend der Generation 50 plus angehörte: Für jedes vor dem Jahr 1992 geborene Kind erhalten sie nicht wie bisher nur ein, sondern jetzt zwei Jahre Erziehung als Beitragszeit angerechnet. Pro Kind sind das immerhin netto rund 25 Euro mehr Rente monatlich. Auch Frauen, die bisher keinen Rentenanspruch hatten, können bei mehreren Kindern jetzt eine kleine Rente bekommen.

"Wenn Sie eine ältere Bäuerin kennen, die drei oder mehr Kinder und bisher keine Rente beantragt hat, machen Sie sie auf ihren Rentenanspruch aufmerksam!", forderte König die Frauen auf. "Wir haben einige solche Fälle" berichtete er. Allerdings kann die Mütterrente auch dazu führen, dass die Witwenrente sinkt. Das war bei einer Frau im Publikum der Fall, die sich darüber sehr ärgerte.

König empfahl, sich beraten zu lassen, ob freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung sinnvoll sind. Das sei von Fall zu Fall verschieden. Eindringlich wies er darauf hin, bei den Mini-Jobs keinesfalls auf die Rentenversicherungspflicht zu verzichten. Der wichtigste Vorteil: Ein bereits erworbener Anspruch auf Erwerbsminderungsrente etwa wegen Krankheit bleibt so bestehen, ohne Zahlung in die Rentenkasse verfällt er. Bei 450 Euro im Monat liegt der Rentenbeitrag nur bei 17,55 Euro.

Das müsse sie unbedingt einer Freundin mit einem Minijob erzählen, meinte Karin Ziegler, Vorsitzende der Großaltdorfer Landfrauen. Sie selbst habe sich eindringlich mit dem Thema Rente beschäftigt, als sie von Familien hörte, in denen die Kinder für die Pflege der Eltern aufkommen, weil deren Rente nicht reicht. "Das soll meinen Kindern nicht passieren", stellte die 56-jährige Kinderkrankenschwester klar. Sie habe sich deshalb bei ihrem Arbeitgeber um eine Betriebsrente gekümmert und einen Riester-Vertrag abgeschlossen.

König sprach in seinem Vortrag auch die Möglichkeit der Beitragszahlung für die Pflege von Angehörigen an, die ja auch meist Frauen übernehmen. Unter bestimmten Voraussetzungen zahlt die Pflegeversicherung des Angehörigen Rentenbeiträge für die pflegende Person ein. Für Angelika Hübsch war das nichts Neues. Die Großaltdorferin hat über viele Jahre ihren Schwiegervater gepflegt und gleichzeitig ihre demente Mutter versorgt.

Damals galt diese Regelung aber noch nicht. "Jetzt stehe ich wohl vor der dritten Pflege", schilderte die Krankenschwester und Ergotherapeutin. Ihr Rat: Eine Frau, die im Beruf zurücksteckt oder ihn sogar aufgibt, um Angehörige zu pflegen, sollte unbedingt mit den zu pflegenden Personen das Thema Rentenversicherung besprechen.

Laut Udo König sollten sich junge Leute spätestens im Alter zwischen 25 und 30 Jahren Gedanken zur Rente machen.

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