Schmetternde Jagd, inniger Choral

Von der Rachearie bis zum jazzigen Flitter reichte das Programm, das German Hornsound auf sein Programm für Braunsbach gesetzt hatte.

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Noch spielen sie im Freien, bald müssen sie in die Kirche umziehen: Timo Steininger und Stephan Schottstädt von German Hornsound in Braunsbach. Foto: Ralf Snurawa

Stücke aus Mozarts "Zauberflöte" bilden einen der Höhepunkte des Hornquartetts, das am Sonntag in Braunsbach Gast des Hohenloher Kultursommers war. Etwa 170 Besucher sind gekommen.

In teilweise eigener Bearbeitung widmen sich Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stephan Schottstädt und Timo Steininger den Mozartschen Tönen. Ein wahrer Genuss feinsinniger Spielweise ist schon die Ouvertüre. Vor allem die temporeiche und sehr transparente Wiedergabe fasziniert.

Recht zart werden danach die sehnsuchtsvollen Töne der Bildnisarie Taminos intoniert, gefolgt von den erregten Klängen der Rachearie der Königin der Nacht - passend untermalt durch das nahende Gewitter. Christoph Eß hat den natürlich tiefer transponierten, aber für das Horn immer noch sehr hohen Gesangspart übernommen.

In Konstantin Homilius dreisätzigem Hornquartett in B-Dur kann man gut nachvollziehen, wie das Motiv von Stimme zu Stimme wandert. Sanft und rund im Ton erklingt der langsame Mittelsatz. Inniger Horngesang bestimmt zwei der drei Choräle von Anton Bruckner. Dazwischen erlebt das Publikum kraftvoll geblasene harmonische Wendungen und wunderbar zurückgenommene klangliche Schattierungen.

Die inhaltliche Beziehung zum zweiten Teil des Programms wird gerade über diese Choräle hergestellt. Denn sowohl Nikolai Tscherepnins sechs Stücke für Hornquartett als auch Eugène Bozzas Suite in F für dieselbe Besetzung enthalten Choralsätze.

Als Gegensätze dazu wirken die ebenfalls beiden Werken eigenen Jagdstücke. Beide Male sind sehr stilisiert schmetternde Töne zu vernehmen. Bei Tscherepnin werden sie mit sehr zurückgenommenem Spiel konfrontiert, bei Bozza mit gestopften Tönen, sodass ein Effekt von Nähe und Ferne entsteht. Daneben sind empfunden gespielte Liedsätze zu hören.

Das wirkt alles auch in der evangelischen Kirche wunderbar: Dorthin musste man wegen des einsetzenden Gewitters umziehen. Vier "Fripperies" von Lowell Shaw am Ende des Konzerts wirken durch ihren jazzigen Ton eher wie ein fremdes Anhängsel, sind aber humorvoll und mit Sinn für Groove zu hören. Das von den virtuosen wie klanglich perfekten Horntönen des Ensembles begeisterte Publikum erhält für seinen heftigen Applaus noch mehr jazzige Hornsounds.

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