Schäfer soll Windpark werden

Wo sich heute noch Fuchs und Hase gute Nacht sagen, könnten sich in nicht allzu ferner Zeit bis zu zehn Windräder drehen. Betreiber des Parks im Gewann Schäfer könnte eine "Bürgerenergie Frankenhardt" sein.

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Mancher Frankenhardter Gemeinderat rieb sich in der jüngsten Sitzung im Feuerwehrgerätehaus in Honhardt verwundert die Augen: Im Gewann Schäfer zwischen Hirschhof, Hettensberg und Vorderuhlberg können möglicherweise bis zu zehn Windkraftanlagen gebaut werden. Bisher war von lediglich fünf Windrädern ausgegangen worden, erinnert sich Roland Grosser an die bisherigen Informationen, die Fachleute im Rahmen der neuen Flächennutzungsplanung gegeben haben. "Theoretisch" seien zwischen acht und zehn Anlagen möglich, machte Hauptamtsleiterin Simone Gahm deutlich und Bürgermeister Willi Karle geht davon aus, dass die Forstverwaltung an einer Verdichtung in diesem reinen Waldgebiet sehr wohl interessiert ist, schließlich gehe es hier um Cash.

"Wir können also wieder einmal nur nicken und nichts ändern", ist Gemeinderat Jürgen Belschner verärgert. Die Gemeinde müsse sich bei der Ausweisung der kommunalen Windenergievorranggebiete nach den Vorgaben des Landes richten, entgegnete Bürgermeister Karle. "Und dabei wird uns ein sehr enges Korsett angelegt." Auch für Friedrich Beyer ist klar, "dass wir an den Standorten nichts machen können", doch er ärgert sich, dass die Gemeinde bislang keinen finanziellen Nutzen an Windrädern hat. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Die ZEAG "Erneuerbare Energien GmbH" (eine Tochter der ENBW) ist nicht nur an der Verwirklichung eines Windparks in der Vorrangfläche "Schäfer" interessiert, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, sondern will daran auch die Bürger beteiligen. So ist die Gründung einer "Bürgerenergie Frankenhardt GmbH & Co KG" (BEF) vorgesehen, die aus einer Energiegenossenschaft, der Gemeinde und der ENBW/ZEAG bestehen soll. Über die Genossenschaft soll sich jeder Bürger, Verein oder Gewerbebetrieb mit seinem Kapital einbringen können und Stimmrecht erhalten. Die Gemeinde räumt der BEF vertraglich das Nutzungsrecht an kommunalen Flächen ein und erhält dafür ein Nutzungsentgelt. Die ENBW/ ZEAG nimmt die unternehmerische Verantwortung für den Betrieb der Anlagen wahr und stellt die Finanzierung sicher.

Mit diesem Bürgerenergiemodell werde gewährleistet, so die Verwaltung, dass die Frankenhardter Bürger Einfluss nehmen können und die Wertschöpfung überwiegend in der Gemeinde bleibt. Das Unternehmen hatte dieses bürgerschaftliche Beteiligungsmodell dem Gemeinderat bereits im März letzten Jahres vorgestellt und war beim Gremium und der Verwaltung gut angekommen. Ein solches Modell sei auf jeden Fall der rein gewinnorientierten Errichtung eines Windparks durch einen privaten Investor vorzuziehen, so die Verwaltung, mit den Worten von Willi Karle: "Lieber einen zuverlässigen Partner, hinter dem Kapital steht, als einen privaten Betreiber, der ein Spitzbub ist."

So wie die ZEAG nur ihr (wenn auch konkretes) Interesse am Bau eines Windparks im Gewann Schäfer bekundet, bekundet auch die Gemeinde Frankenhardt ihr Interesse an einer Bürgerbeteiligung. "Auf diesem Weg können wir wenigstens ein bisschen Einfluss nehmen", so Karle.

Wem und wann die Forstverwaltung Baden-Württemberg im Fall Schäfer letztlich den Zuschlag geben wird, ist ebenso völlig offen wie die Größe des Windparks in diesem Bereich, "denn noch ist alles im Fluss", so Bürgermeister Karle. Er geht davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren nicht gebaut wird, was er mit den vielen noch zu klärenden Fragen begründet.

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