Satteldorfer Gemeinderat bringt Haushaltsplan 2013 einstimmig auf den Weg

Wohl dem, der Rahmenbedingungen vorfindet wie die Satteldorfer! Die Kommune steht nach wie vor schuldenfrei da. Das erleichtert es dem Gemeinderat, den Haushaltsplan 2013 ganz locker zu verabschieden.

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Seit Kurzem wird im Satteldorfer Gewerbepark II entlang der Autobahn wieder gebaggert. Etliche Grundstücke haben bereits Interessenten gefunden. Die Erschließungsmaßnahme war schon 2012 im Haushaltsplan aufgetaucht. Foto: Mathias Bartels

Im Grunde war es reine Formsache, den erstmals von Kämmerer Tobias Schneider vorgelegten und von Bürgermeister Kurt Wackler präsentierten Planentwurf abzunicken. In Einnahmen und Ausgaben auf knapp 17,7 Millionen Euro festgezurrt, mit einem Investitionsvolumen von etwa 5,8 Millionen Euro luftiger Spielraum, null Euro Kreditaufnahmen: Da dürften die Verantwortlichen mancher Nachbargemeinden geradezu vor Neid erblassen.

Geschuldet ist das in Satteldorf allerdings nicht nur sprudelnden Einnahmen, sondern auch sparsamer Budgetpolitik in der Vergangenheit. "Wir haben stets sachorientiert zusammengearbeitet und nur das gemacht, was nachhaltig zu finanzieren war", argumentierte der Bürgermeister pro domo. Man möge auch bedenken, schob er nach, dass es in der Vergangenheit auch in Satteldorf Rückschläge gab. Und: Schon 2014 sei eine veränderte Kassenlage absehbar, kündigte Wackler an.

So hatte die Verwaltung dem aktuellen Zahlenwerk ein mahnendes Zitat Willy Brandts vorangestellt: "Nichts kommt von selbst, und Gutes ist nicht immer von Dauer." Will in Satteldorf heißen: "Mit Augenmaß an die Sachen herangehen, nichts auf Kante nähen", wie es Kurt Wackler formulierte. Alles in allem aber ist das eine nette Umschreibung für die Tatsache, dass die Kommune "auch 2013 keine Kassenverstärkungsmittel in Anspruch" nehmen muss, wie es etwas um die Ecke gedacht in den Erläuterungen zum Planwerk heißt.

Wie auch immer: Der Gemeinderat war offensichtlich zufrieden und hundertprozentig daccord. Sonst hätte es vielleicht doch noch eine Aussprache zum Etat gegeben, die Montagabend komplett ausblieb. Ratsmitglied Reinhold Beck blieb es vorbehalten, nach dem einstimmigen Placet die Verwaltung zu loben und zu bestätigen, man sei "eben nie übers Ziel hinausgeschossen".

Besondere investive Anstrengungen gelten im bevorstehenden Haushaltsjahr der Wohnumfeldmaßnahme in Bronnholzheim, wo Diehbrunnenweg und Fröschelbach saniert werden. Auch in Volkershausen und im Zentralort greifen derlei Maßnahmen, zum Beispiel mit der Erneuerung der Barenhalder Straße (und des Birkenwegs). Ein weiterer Schwerpunkt ist - rund 850.000 Euro sind angesetzt - der Bau des kleinen Gesundheitszentrums am Ortseingang. Und auch die Verbesserung der Wasserversorgung in Ellrichshausen zwischen Rockhalden und Horschhausen schlägt mit 418.000 Euro deutlich zu Buche.

Bereits gut vorangekommen ist die Kommune in den letzten Jahren mit der Weiterentwicklung des Gewerbeparks II, wo vor Kurzem die Bagger in Aktion getreten sind. 2012 bereits waren hier Mittel von 1,66 Millionen Euro bewilligt worden, die jetzt endgültig verbaut werden.

Kanäle und Abwasserbeseitigung werden das Gremium in Zukunft weiter beschäftigen. Auch Kinderbetreuung, Feuerwehr, Dorfgemeinschaftshäuser, Breitbandverkabelung, Bestattungswesen und Wohnbauerschließung sind Stichwörter für künftige Projekte. "Business as usual" gewissermaßen, aber durchaus nicht mal grad so nebenbei zu stemmen.

Fazit: Satteldorf bleibt genügend Spielraum, um auch noch den einen oder anderen Euro in die Rücklage zu stecken und bei den Steuern und Abgaben wie bisher eher am unteren Limit zu kratzen. Das belegen die in der Satzung lapidar dokumentierten Vergleichswerte mit den Nachbargemeinden eindrucksvoll. Understatement nennt man das wohl.

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Kommentare

20.02.2013 14:11 Uhr

Satteldorfer Gemeinderat bringt ...............

Zuerst ein LOB an den Gemeinderat in Satteldorf.

Und nun die BITTE

bringt doch bitte den Damen und Herren in CRAILSHEIM auch bei wie man einen Haushalt wieder auf Vordermann bringt.
In Crailsheim und speziell im Gemeinderat hat man immer noch nicht gelernt zu sparen -
da zählt immer noch : was interessieren mich die Schulden von morgen -
wir leben und wollen wieder gewählt werden HEUTE.

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