Satte Gewinne – und satte Verluste

Wahlanalyse I: Altkreis Crailsheim: Die CDU punktet in Stimpfach, die SPD in Gerabronn und die AfD in Fichtenau. Grüne und FDP fahren in Langenburg ihre besten Ergebnisse ein.

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Bundeskanzlerin und CDU-Parteichefin Angela Merkel kippt nach hinten weg – ein Omen für die bevorstehenden schwierigen Koalitionsverhandlungen? Das Foto zeigt Großplakate von Parteien in Crailsheim.  Foto: 

Nachdem Freude und Entsetzen vom Wahlabend abgeklungen sind, lohnt sich ein Blick ins Detail. Wo konnten die einzelnen Parteien punkten, wo haben sie ihre größte Niederlage einstecken müssen? Die CDU, Wahlsiegerin trotz großer Verluste, hat in Stimpfach erneut ihr bestes Ergebnis eingefahren. Satte 41 Prozent konnte sie hier verbuchen. Auch bei der Bundestagswahl 2013 holte sie sich in dieser Gemeinde die meisten Stimmen – damals waren es allerdings noch 53,6 Prozent. Auch das Minus ist satt.

Nichtsdestotrotz: Die Christdemokraten bleiben mit Abstand die stärkste Kraft im Altkreis Crailsheim. Selbst an das schlechteste CDU-Ergebnis – in Kirchberg gab es nur 27,6 Prozent – reicht keine der anderen Parteien in einer der 30 Kommunen im Landkreis heran. Die SPD punktet in Gerabronn (18,4 Prozent), die Linke in Kirchberg (8,8 Prozent), die Piraten in Wallhausen (0,9 Prozent) und die ÖDP in Rot am See (1,4 Prozent). In Langenburg fahren die Grünen (15,3 Prozent) und die FDP (15 Prozent) beide ihr bestes Ergebnis ein. Ein Fingerzeig für die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin? Die CDU kam in Langenburg auf 31,1 Prozent.

Die Alternative für Deutschland (AfD), auch in Hohenlohe drittstärkste Kraft, hat in jeder Gemeinde mehr als elf Prozent erreicht. Das beste Ergebnis hat sie mit 19,5 Prozent in Fichtenau, das schlechteste mit 11 Prozent in Langenburg. In den Wahllokalen in Unterdeufstetten (25,4 Prozent), Rechenberg (23,0 Prozent) und Bartenstein (20,1 Prozent) wurden die meisten Stimmen gezählt. Nur wenige Stimmen erhielt die Rechtsaußen-Partei dagegen in Billingsbach (4,2 Prozent). Auch in Brettheim (6,3 Prozent) fand sie kaum Unterstützer – erstaunlicherweise aber eine ganze Menge im nur wenige Kilometer entfernten Reubach (16,4 Prozent). Für das drittschlechteste AfD-Ergebnis sorgten Wähler in Bächlingen/Hürden und Briefwähler in Kirchberg und Langenburg.

Beim Blick auf die Erststimmen wundert es nicht, dass der erneut direkt gewählte Abgeordnete Christian von Stetten (CDU) mit 47,5 Prozent in der CDU-Hochburg Stimpfach den größten Zuspruch erfuhr. Er wird es verkraften, dass er in Kirchberg nicht so sehr überzeugen konnte. Aber vielleicht freut es ihn auch, dass er mit 31,3 Prozent noch immer einen deutlichen Vorsprung vor Harald Ebner (Grüne) hat, der hier immerhin zu Hause ist. Ebner holte in Kirchberg 23,0 Prozent, sein insgesamt bestes Ergebnis. Seinen Platz im Parlament sicherte  sich Ebner über die Landesliste seiner Partei.

Annette Sawade (SPD), die vor allem in Gerabronn (21,5 Prozent) punkten konnte, war weit davon entfernt, dem CDU-Kontrahenten das Direktmandat abluchsen zu können. Auch gelang es ihr nicht, über die Landesliste wieder in den Bundestag einzuziehen. Die Stadt Schwäbisch Hall verliert also nach Nikolaos Sakellariou (2016) erneut eine Vertretung in einem Parlament.

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