Ruppertshofen kämpft für mehr Abstand zu Windkraftanlagen

Der Gemeindeverwaltungsverband Brettach/Jagst will auf Gemarkung Kirchberg den Windpark an der A 6 in Richtung Ruppertshofen erweitern. Dagegen wehrt sich das Dorf mithilfe des Gemeinderats.

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"Wir fordern die Zurücknahme des Standortes bis zur Gemeindeverbindungsstraße Dörrmenz-Großallmerspann", schreiben 230 Einwohner von Ruppertshofen "mit freundlichen Grüßen aus Ihrem Nachbarort" an den Kirchberger Bürgermeister Stefan Ohr und seinen Gemeinderat. Es geht um den vorhandenen Windpark an der A 6 mit bereits vier circa 150 Meter hohen Anlagen, den der Gemeindeverwaltungsverband Brettach/ Jagst nun weiter ausbauen will.

Die Erweiterung ist aus Kirchberger Sicht "ein städtebaulich sinnvolles Ziel". Acht weitere Anlagen mit Gesamthöhen von 200 Metern könnten auf dem Standort K 16/L entstehen, den auch der Regionalverband als Vorranggebiet ausweisen will.

Der Gemeinderat Ilshofen hatte in seiner jüngsten Sitzung die Aufgabe, zu diesem Teilflächennutzungsplan Windenergie Brettach/Jagst auf Gemarkung Kirchberg eine Stellungnahme abzugeben. Einstimmig folgte das Gremium der Beschlussempfehlung des Ortschaftsrates Ruppertshofen, der sich dringend einen größeren Abstand wünscht und Bedenken gegen Dimension und Abgrenzung des Windparks vorbringt.

Der Verbindungsweg soll die Grenze sein

"Wir sind ja nicht generell gegen Windkraft", räumte Ortsvorsteherin Ingrid Büeck ein, "aber jetzt sind wir doch erschrocken, wie hoch die Anlagen werden und wie nahe sie an unser Dorf heranrücken." Zwei Windräder könnten am Dörrmenzer See entstehen, eines auf westlicher Seite der Gemeindeverbindungsstraße Dörrmenz-Großallmerspann. Das ist den Ruppertshofenern zu nah. Der Verbindungsweg soll die Grenze sein.

Die Bürger fürchten "eine sehr große optische Bedrängung, eine Lärmquelle direkt gegenüber der Neubausiedlung und an 123 Tagen Schlagschatten". Auch vom Wertverlust der Grundstücke ist schon die Rede. Der Dörrmenzer Badesee gilt in der Gemeinde Ilshofen als beliebter Naherholungsbereich. Ganz in der Nähe gibt es auf Ilshofener Gemarkung eine beliebte Grillhütte. Das Kultur- und Bodendenkmal Haller Landhege liegt auch im Bereich der geplanten Windkraftanlagen.

In diesem Zusammenhang gab Bürgermeister Roland Wurmthaler dem Rat bekannt, dass die beiden geplanten 200 Meter hohen Windkraftanlagen nordwestlich von Ruppertshofen genehmigt sind. In diesem Monat oder Anfang März soll mit dem Bau begonnen werden. Eine Anlage ist dort schon vorhanden, ein weiteres Windrad dreht sich südwestlich der Ortschaft.

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