Ruhebereich für Leib und Seele

Ein langjähriges Provisorium ist an der August-Ludwig-Schlözer-Schule zu Ende gegangen: Essen und Mittagsbetreuung findet jetzt nicht mehr in den Schulräumen, sondern in der neuen Mensa statt.

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  • Der Eltern-Lehrer-Schülerchor der Schlözer-Schule umrahmte die Einweihungsfeier mit Auszügen aus dem neuen Schulmusical. Fotos: Hartmut Volk 1/2
    Der Eltern-Lehrer-Schülerchor der Schlözer-Schule umrahmte die Einweihungsfeier mit Auszügen aus dem neuen Schulmusical. Fotos: Hartmut Volk
  • Ende gut, alles gut: Rektor Michael Szutta und Hauptamtsleiterin Almuth Bantzhaff hatten viel zu diskutieren, bis das Projekt Mensabau abgeschlossen war. 2/2
    Ende gut, alles gut: Rektor Michael Szutta und Hauptamtsleiterin Almuth Bantzhaff hatten viel zu diskutieren, bis das Projekt Mensabau abgeschlossen war.
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Dass die Kirchberger Grund-, Haupt- und Realschüler ihre Mittagspause jetzt in den großzügigen hellen Räumen des neuen Holzständerbaus hinter dem Schulgebäude verbringen können, geht auf die Initiative des Fördervereins Schule und Jugend Kirchberg/Jagst zurück. Dessen Vorsitzende Petra Maaß gab beim Festakt am Donnerstagabend einen Rückblick auf die Anfänge: Bis 2003 hatten die Kinder keine Möglichkeit, über die Mittagszeit an der Schule zu bleiben. "Das Schulhaus wurde nach dem Vormittagsunterricht geschlossen, und die Schüler mussten nach Hause gehen", berichtet sie.

So hätten viele auswärtige Schüler ihre Mittagspause hauptsächlich im Bus verbracht. Um Abhilfe zu schaffen, gründete man den Förderverein Schule und Jugend, der sich schwerpunktmäßig für den Ausbau der Mittagsbetreuung eingesetzt, zwei Betreuerinnen eingestellt und die Ausgabe von angeliefertem Mittagessen organisiert hat.

Da die Essensanmeldungen von Schuljahr zu Schuljahr mehr wurden und der logistische Aufwand für einen geordneten Ablauf der Mittagspause stetig anstieg, begann man schon 2005 über einen Mensabau nachzudenken, führte Bürgermeister Stefan Ohr aus. Seit 2009 befasste sich der Gemeinderat damit und beauftragte schließlich das Berliner Architektenbüro Wiechers Beck mit der Planung. Die Umsetzung konnte nur erfolgen, weil das 1,46 Millionen Euro teure Projekt zu 77 Prozent mit Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg gefördert wurde, sagte der Bürgermeister.

Seine Dankesworte zum gelungenen Neubau richteten sich nicht nur an die verantwortlichen Vertreter der Planungsgremien, Baufirmen und der Schulleitung, sondern namentlich auch an die Personen, die das zehnjährige Provisorium der Schülerversorgung mitgetragen haben, wie Ute Pfeiffer, die zuletzt mit Schülern zusammen die Essensausgabe organisierte, Peter Amon, den Werkstättenleiter der Weckelweiler Gemeinschaften, die bisher das Essen lieferten, sowie die örtlichen Bäckerfamilien Schlötter und Illig, die in der großen Pause Backwaren verkauften. Für Bäckermeister Karl Illig geht damit eine Ära zu Ende: "Ich habe über 43 Jahre nicht einen Tag gefehlt", sagte er bei seiner Ehrung.

Jetzt können die Schüler ihre Pausenbrötchen am Kiosk kaufen, der in den Neubau integriert ist. Betrieben wird er von Ursula Klink mit ihrem Team. Sie bereiten auch täglich die etwa 120 Mittagessen vor, die im neuen Speisesaal in zwei Schichten ausgegeben werden. "Jetzt müssen wir nur noch jede Mittagspause ein Fußballspiel organisieren", schlug Rektor Michael Szutta mit Blick durch die Glasfronten auf den dahinter liegenden Schulsportplatz scherzhaft vor. Der Ausblick ins Grüne soll zur Erholung der Schüler vom stressigen Unterrichtsalltag beitragen.

Deshalb habe man sich nach reiflichem Hin- und Herüberlegen für einen separaten Neubau abseits und nicht für einen Anbau an das bestehende Gebäude entschieden. "Die Schüler sollen das Gefühl haben, über Mittag bewusst in einen anderen Bereich einzutreten", betonte Architekt Christian Beck. Darin wird nicht nur für ihr leibliches, sondern auch für ihr psychisches Wohl gesorgt: Neben dem Büro von Schulsozialarbeiterin Monika Veith ist hier nun auch die Schülerbibliothek untergebracht.

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