Ruhe ausstrahlen gibt Sicherheit

Wenn es am letzten Tag des Jahres um Mitternacht laut kracht und knallt, freuen sich die Menschen an den bunten Raketen. Viele Tiere aber haben Panik und Angst. Tierbesitzer erzählen, wie sie damit umgehen.

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Rico mag Silvester. Dann sitzt der Hovawart-Rüde nämlich zusammen mit seiner Familie vor der Haustür und schaut den Raketen zu. Zumindest könnte man das meinen. Rico ist acht Jahre alt und kennt Silvester nicht anders. Vom Welpenalter an hat man ihn mit hinaus genommen und so habe er nie Panik vor den Silvesterraketen entwickelt: "Rico möchte eben bei uns, seiner Familie, sein. Die Knaller stören ihn gar nicht. Er liegt gemütlich auf seiner Decke", erzählt Sebastian Kaluza (27) aus Gottwollshausen.

Bei Pfizenmaiers in Gschlachtenbretzingen leben gleich zwei Hunde in der Familie: Mischling Kreta und Pudel Polly. Für Kreta ist es das erste Silvester in der Familie. "Wir wissen also nicht, wie sie an Silvester reagieren wird. Aber wir werden keine besonderen Vorkehrungen treffen. Die beiden Hunde bleiben im Haus bei den Omas", sagt Eva Pfizenmaier (24). "Polly wird dann schon am Fenster stehen und den Raketenlichtern hinterher hüpfen." Mischling Kreta wird wahrscheinlich keine Panik oder Angst entwickeln, wenn Polly mit den Knallern so locker umgeht, hofft Familie Pfizenmaier.

Hundepsychologin Sandra Seigfried erklärt, dass Hunde das Verhalten ihrer Menschen oder eben jenes von anderen Hunden übernehmen. "Zeigen also die Menschen keine Auffälligkeiten und gehen ganz normal mit den Böllern um, sehen auch die Hunde normalerweise keinen Grund, in Panik zu geraten." Hunde lernen durch Beobachten.

Man könne natürlich vorbeugen und die Hunde im Haus lassen, die Rollläden herunterlassen und die normale Geräuschkulisse wie Fernseher oder Radio weiter laufen lassen. "Falls der Hund doch Panik zeigt, bleiben Sie bei ihm, aber hätscheln Sie ihn nicht. Sonst fühlt sich der Hund in seiner Angst noch bestätigt. Einfach Ruhe ausstrahlen und die Unsicherheit des Tieres nicht beachten", rät die Hundepsychologin.

Überdies sind Hunde und Katzen sehr geräuschempfindlich. Daher könne man sie auf Silvester auch mit einer Geräusche-CD das ganze Jahr über vorbereiten. "Diese lauten Knaller können den Tieren auch wirklich weh tun - eben weil sie so geräuschempfindlich sind", wendet Sandra Seigfried ein.

Landwirt Hans Dietrich aus Hohenegarten bei Mainhardt hat seine eigene Routine für Silvester entwickelt. Damit seine Milchkühe nicht in Panik geraten, schaltet er gegen 23.30 Uhr das Licht im Stall an. So könnten die Tiere den Lichtschein der Raketen nicht so sehen. "Außerdem sind sie Krach eigentlich gewöhnt. Vor Jahren ist mal ein Tier in Panik geraten. Das kann gefährlich sein, denn Tiere in Panik sind unberechenbar", berichtet Dietrich. Doch in den vergangenen Jahren hatte der Landwirt keine Silvester-Probleme mit seinen Tieren. Er müsse auch nicht im Stall dabei sein, wenn die Raketen los gehen. "Früher hatten wir mal einen Hund", erinnert sich Hans Dietrich, "der so Angst hatte vor den Knallern. Der ist dann immer zur Oma unter den Rock geschlüpft."

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