Rot am See wird zum einzigen Standort einer Gemeinschaftsschule im Kreis

Rot am See wird als einzige Gemeinde im Kreis Schwäbisch Hall Standort einer Gemeinschaftsschule. Ab dem kommenden Schuljahr wird die Grund- und Werkrealschule eine Schule dieses neuen Typs sein.

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Für den kommenden Montag hatte das Kultusministerium die Bekanntgabe derjenigen Schulen angesetzt, die bei der zweiten Entscheidungsrunde in Sachen Gemeinschaftsschule zum Zug kommen werden. Aus einer zuverlässigen Quelle verlautete gestern jedoch, dass Rot am See den Zuschlag erhalten hat. Die Anträge der Gemeinden Kreßberg und Obersontheim auf Einrichtung einer Gemeinschaftschule sind dagegen abgelehnt worden.

Siegfried Gröner, Bürgermeister von Rot am See, hielt sich mit einer Stellungnahme zu der Entscheidung zurück. "Wir wissen nichts!" Er sehe positive Anzeichen, weshalb er optimistisch sei. Kreßbergs Bürgermeister Robert Fischer zeigte sich von der Entscheidung nicht überrascht. "Wir wissen schon Bescheid!" Denn während es Mitte Januar im Schulamt ein Gespräch mit den Schulen gegeben habe, die für die Gemeinschaftsschule vorgesehen gewesen seien, sei Kreßberg am vergangenen Mittwoch zu einem Gespräch mit den Schulen eingeladen gewesen, die nicht zum Zug kommen sollten. Fischer ist sogar überzeugt, dass die Entscheidung bereits im vergangenen November feststand.

Jetzt sei an der Schule am Kreßberg in Marktlustenau die Enttäuschung bei den Eltern und im Lehrerkollegium groß. "Man hat uns ein großes Problem mit dem pädagogischen Konzept gemacht", meinte Fischer. Das Konzept sei noch 2012 für gut befunden, jetzt aber "aus fadenscheinigen Gründen" als unzureichend eingestuft worden. Für das nächste Schuljahr werde die Gemeinde erneut einen Antrag stellen.

Unterdessen verschärft sich zwischen der Gemeinde Rot am See und der Stadt Kirchberg der Streit um die Gemeinschaftsschule. Siegfried Gröner hat jetzt einen Vorstoß seines Kirchberger Kollegen Stefan Ohr zurückgewiesen, der sich gegen die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Rot am See gewandt hatte. "Kirchberg hatte wie Rot am See die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen", so Gröner, "wenn die das nicht auf die Reihe bringen, dann ist das nicht unser Problem." Wenn Ohr die Konkurrenz zwischen den Schulen um die Schüler als Grund für die Ablehnung anführe, dann sehe er etwas "gravierend falsch". Denn mit der Gemeinschaftsschule solle eine zusätzliche Bildungseinrichtung geschaffen werden, die zu demselben Abschluss führe, aber auf einem anderen Weg.

Grünen-Kreisrat Hans-Joachim Feuchter hat den Konflikt zum Anlass genommen, eine Diskussion im Kreistag über die regionale Schulentwicklung zu fordern. In einem Brief an Landrat Gerhard Bauer schreibt Feuchter, dass es kaum Fortschritte bei der regionalen Schulplanung gebe, liege auch an den regionalen Gebietskörperschaften, die sich vor den zwangsläufig auftretenden Konflikten drückten. Die meisten Landkreise weigerten sich, konstruktiv an der Lösung des Problems mitzuarbeiten.

Diskutiert wird das Thema auch an den Gaildorfer Schulen. Dort allerdings will man Ruhe bewahren, nichts überstürzen und mit allen Beteiligten das Thema Gemeinschaftsschule erörtern, wie die Schulleiter Anfang Dezember im Gemeinderat ihre Haltung schilderten.

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