Rost, Natur und Gleichgewicht

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Bilderserien stehen im Mittelpunkt der Ausstellung des Bartensteiner Kreises im Fichtenauer Rathaus. Der Rost, das Leben, die Farbe und die Natur werden dabei von acht Künstlern thematisiert.Wie eine Ansammlung abstrahierter Segel muten die Skulpturen von Erich Göller an. Aus gefundenen, aber auch bearbeiteten Objekten hat er sie zusammengesetzt. Das aus dem Dadaismus kommende "Objet trouvé" war ihm dafür Vorbild.

In seiner Einführung in die Ausstellung stellte Göller fest, dass es sich "vorwiegend nicht um Alltagsgegenstände des häuslichen Umfeldes, sondern um in der freien Natur gefundene Formen und Farben" handele. Das Blau des Wassers und das Grün der Natur hätten ihn dabei beeinflusst. Auch die Wellenform und eben die Idee des Segels finden sich wieder, wenn zu bearbeiteten Holzstücken etwa Mineralsteine oder Vogelfedern finden.

Der Bau von Steinmännchen ihrer Enkel beim Spiel im flachen Wasser der Jagst haben Edith Stegmeier zu ihrer "Balance"-Reihe inspiriert. Mittels Holzdruck hat sie solche Steinmännchen in ihren Umrissen zu Papier gebracht und mit weiteren, andersfarbigen Aufdrucken zu fragilen Formen zusammengestellt.

Roswitha Schäfer hat sich mit "Tatort: Rost" mit Oxidationstechniken auseinandergesetzt. Da werden Gitterdraht oder Kronkorken zu Bestandteilen von Bildern, die farblich schillernd und collageartig auch mit beschriebenem oder bedrucktem Papier das Rotbraun des Rostes umspielen. Auch zwei Skulpturen aus der Reihe "Gehäuse" stellt Schäfer aus: Ein Stück Balken als "Stätte von Sicherheit und Frieden" gehört ebenso dazu wie eine Tonarbeit mit dem Titel "L"église".

Wilfried Richter denkt mit seinen Plastiken über den Menschen nach. "Adam" und "Eva" finden sich da genauso wie ein "Titan". Erich Göller vermerkte in seiner Einführungsrede, dass in Richters "überlebensgroßen Plastiken eine Synthese aus abstrahierten und naturalistischen Darstellungsformen" stattfinde: "Es entsteht eine facettenreiche plastische Wirkung mit einem fließenden Übergang von der abstrahierten Grundform zum gegenständlichen Detail."

Auch bei Ilse Springer findet sich gelegentlich ein solches Vagieren zwischen Konkretem und Abstraktem. Einer ganzen Reihe hat sie den Titel "Abstraktion" gegeben. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass die Natur Pate gestanden hat. Auf Bildern wie "Kommunikation" oder "Der Klavierspieler" treten dann Gestalten aus dem dynamischen Sinnieren über Farbe heraus.

Ähnlich, aber technisch ganz anders, auf die Aquarelltechnik und das Verfließen der Farben setzend, wirken die Bilder von Helga Gimpel. Das Leben steht bei ihr im Mittelpunkt, was Serientitel wie ". . .und wir leben doch" oder ". . .solange die Flamme in uns lodert" und an Pflanzen erinnerndes Wuchern unterstreichen.

Ein ebensolches Wuchern erblickt man auf einem der neuen Bilder von Marius Simon, einem neuen Mitglied des Bartensteiner Kreises. Der abgebildete Kopf ist eins geworden mit rankenartigen Wucherungen. Neben dieser Farbexplosion wirken Lisa Hopfs "Pirouetten" und "Ausfallend" mit ihren geometrischen Gebilden noch nüchterner und einfacher gehalten. Info Die Ausstellung ist noch bis zum 30. März zu sehen.

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