Ring und Arme für die Glocke

Die Evangelische Kirchengemeinde Oberaspach hat sich erneut eine große Aufgabe vorgenommen. Das Geläut in Oberaspach soll saniert werden.

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Die große Glocke aus dem Jahr 1691: Ihr fehlen vier so genannte Kronenarme, an denen sie aufgehängt wird. Am Dienstag wird sie abgeholt. Foto: pv

Mit Glocken kennt sich die evangelische Kirchengemeinde Oberaspach aus. Im vergangenen Jahr wurde das Glockenprojekt in Eckartshausen erfolgreich zu Ende gebracht. Jetzt soll das historische Geläut der Kirche in Oberaspach saniert werden. Die älteste Glocke des Geläuts ist auf das Jahr 1477 datiert. Die große Glocke aus dem Jahr 1691 ist stark beschädigt. Ihr fehlen vier Kronenarme und auch der so genannte Schlagring ist stark ausgeschlagen, schreibt Pfarrer Albrecht Holl. Vermutlich stamme diese Beschädigung der Krone noch aus der Kriegs- oder Nachkriegszeit, denn diese Glocke wurde zusammen mit ihrer nächstkleineren Schwester 1941 für Rüstungszwecke eingezogen und in eines der Glockenlager, einen "Glockenfriedhof", gebracht.

Dort war der Umgang mit den wertvollen Instrumenten nicht immer fachgerecht. Auf welchen Wegen die beiden Glocken nach Endes des Krieges wieder an ihren angestammten Platz zurückfanden, ist unklar. Die Glocken wurden neu aufgehängt und die beschädigte Krone durch eine Stahl-Holz-Konstruktion provisorisch ersetzt. Manche Provisorien sind aber so gut, dass sie lange halten, so auch in diesem Fall, so Pfarrer Albrecht Holl. Die Kirchengemeinde hat sich entschlossen, bei der anstehenden Sanierung die große Glocke wieder historisch gerecht instandzusetzen. Von einem der verbliebenen Kronenarme wurde ein Abdruck genommen. Mit Hilfe dessen werden die fehlenden von der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe nachgegossen. Im Glockenschweißwerk Lachenmeyer in Nördlingen sollen sie dann neu ein- sowie der Schlagring wieder aufgeschweißt werden.

Inzwischen steht die 600 Kilogramm schwere Glocke abgehängt auf dem Boden der Läutestube. Sie soll am heutigen Dienstag, 29. Januar, ab 9.30 Uhr mit einem Autokran aus dem Turm gehoben und nach Nördlingen transportiert werden. Zu diesem nicht alltäglichen Ereignis sind alle interessierten Zuschauer willkommen.

Die Glocken sollen in einigen Wochen an neu angefertigten Holzjochen wieder aufgehängt und mit neuen, leichteren und weicheren Klöppeln versehen werden. Auch eine elektronische und glockenschonende Steuerung wird eingebaut. Dann kann das volle dreistimmige Geläut wieder erklingen. Momentan läutet nur die kleinste Glocke.

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