Rettungsdienst im Kreis wird verbessert

Stundenlang hat er gestern getagt, der für den Rettungsdienst zuständige Bereichsausschuss, dann fasste er nach Ansicht von Mitgliedern "historische Beschlüsse". Die sehen einen Notarzt für Blaufelden vor.

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Auch in Blaufelden wird ein Notarztdienst installiert, beschloss der Bereichsausschuss für den Rettungsdienst gestern. Foto: Wolfgang Rupp

Nachdem vor drei Wochen im Rahmen der Fälschungsaffäre beim Roten Kreuz klar geworden war, dass im Landkreis eine wichtige Vorgabe des Rettungsdienstgesetzes (in 95 Prozent der Einsätze müssen die Rettungskräfte in spätestens 15 Minuten am Einsatzort sein) nicht erfüllt wird, bestand akuter Handlungsbedarf. Dem kam der für den Rettungsdienst zuständige Bereichsausschuss (in ihm sind Leistungserbringer, also Rotes Kreuz, und Kostenträger, also die Kassen, paritätisch vertreten) nach, indem er ein Gutachten in Auftrag gab und gestern, noch vor Fertigstellung der Expertise, in seiner Sitzung beim Roten Kreuz in Schwäbisch Hall weitreichende Beschlüsse fasste. Die sind für Ulrich Stückle, den Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes, "denkwürdig". "Wir hatten allergrößtes Interesse an einem schnellen Ergebnis", ergänzte Michaela Lierheimer, Geschäftsführerin der AOK Heilbronn-Franken, in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Bereichsausschusses.

Die wohl weitreichendste Maßnahme ist die Einrichtung eines rund um die Uhr besetzten Notarztdienstes in Blaufelden. Dort gibt es bislang eine Rettungswache mit Rettungsassistenten und Rettungswagen (RTW). Nun kommt ein Notarzt und ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) hinzu. Die Forderung nach einem Notarzt für den nördlichen Landkreis steht schon seit vielen Jahren im Raum, weil die bislang eingesetzten Notärzte von den Krankenhäusern in Crailsheim und dem benachbarten Bayern doch längere Anfahrtszeiten haben.

Nun soll ein aus Mitgliedern des Bereichausschusses bestehender Arbeitskreis die Frage klären, wie der Notarztdienst organisiert werden kann. Es sollen auf jeden Fall niedergelassene Ärzte, die die erforderliche Qualifikation haben, angesprochen werden, es ist aber auch daran gedacht, auf die Ärzte im Crailsheimer Krankenhaus zurückzugreifen. DRK-Kreisvorsitzender Stückle geht von einer Kombinationslösung aus.

Die soll, geht es nach der Bereichsausschussvorsitzenden Lierheimer, noch in diesem Jahr gefunden werden. Werden nicht genügend "Freiwillige" gefunden, erlaubt das Rettungsdienstgesetz den Zwangszugriff auf Klinikärzte.

Auch in Crailsheim gibt es eine Verbesserung: Dort steht ab kommenden Montag auch der zweite Rettungswagen rund um die Uhr zur Verfügung. Und in Gaildorf wird der Notarztzubringer künftig ebenfalls Tag und Nacht verfügbar sein. Bislang ist das NEF nur tagsüber besetzt. Alles in allem belaufen sich die Mehrkosten für die vom Bereichsausschuss getroffenen Verbesserungsmaßnahmen auf rund 750.000 Euro im Jahr.

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