Renaissance eines alten Modells

Genossenschaftsbanken erleben nach Ansicht vieler Experten derzeit eine Renaissance. In wirtschaftlichen Krisenzeiten hätte sich das Modell als krisenfest erwiesen, sagte Bank-Chef Edmund Wahl in Gerabronn.

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Mehr als nur guter Ton: Mit Präsenten und Urkunden bedankten sich Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Hohenlohe am Mittwoch in der Gerabronner Stadthalle bei etlichen langjährigen Mitgliedern für ihre Treue zum Haus.  Foto: 

Es gibt Dinge, die müssen so sein, wie sie sind. Die Mitgliederversammlungen der Volksbank Hohenlohe gehören zweifellos dazu: Wenn die Busse wie jetzt vor der Stadthalle in Gerabronn bereitstehen, bedeutet das, dass Hunderte von Bankmitgliedern auf einen informativ-aufschlussreichen und unterhaltsam-bunten Abend warten.

Letzteres war ihnen nach dem Bericht des Vorstandsvorsitzenden Edmund Wahl und der Jubilarehrung gewiss: Erneut zogen die Künstler, Tänzer und Artisten aus Harald Wohlfahrts "Palazzo" ihr Publikum in einen echt "magischen" Bann. Sie boten eine unvergessliche Show.

Das war quasi der überregionale Aspekt dieser im Übrigen bewusst regionalen Veranstaltung der Bank, die laut Ranking auf Platz 20 unter den 92 Genossenschaftsbanken Baden-Württembergs steht. Denn der Regionalität fühlen sich "Macher" und Mitarbeiter der Volksbank ganz bewusst verpflichtet. "Allein schon die Einbindung in den genossenschaftlichen Finanzverbund hat sich als krisenfest erwiesen", sagte Edmund Wahl. "Die Idee vom freiwilligen, gleichberechtigten und gemeinschaftlichen Handeln ist weltweit zum Erfolgsmodell geworden", resümierte er.

Also: Aus der Provinz in die weite Welt? In der Tat fühlen sich die heimischen Geno-Banker hier wohl und gut aufgestellt, wie am Mittwochabend deutlich wurde. Anders als zurzeit in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal, die nach wie vor unter Bad Banks litten, erhalte der Mittelstand hierzulande weiterhin Kredite. Eine der Grundlagen und damit Faktor für erfolgreiches Agieren am Markt sei die hohe Eigenkapitalquote des Hauses, führte Wahl aus, der seinen Zuhörern zudem vor Augen führte, dass die Folgen der Staatsschuldenkrise längst nicht überwunden seien. "Europa ist noch lange nicht über den Berg", meinte er. Es sei überfällig, dass die Politiker ihre unbedingt notwendigen Hausaufgaben erledigen - und zwar zügig.

Bei der Bankenüberwachung, so der Redner weiter, "überschreitet die Europäische Zentralbank nun alle roten Linien, indem man alle Banken zur Leistung einer Bankenabgabe verpflichtet". Dabei habe noch keine Genossenschaftsbank je staatliche Hilfe in Anspruch genommen. Trotz des immer noch schwierigeren Umfelds, so Wahl, sei er stolz, für sein Haus herausragende Zahlen präsentieren zu können.

Jubilare der Volksbank

Auch in Gerabronn haben die Verantwortlichen der Volksbank Hohenlohe langjährige Mitglieder für ihre Treue belohnt. Seit 60 Jahren Mitglieder sind Hermann Hollenbach, Friedrich Mebus, Alfred Rollmann und Helmut Schmidt. Auf 50 Jahre blicken Gisela Gottschall, Inge Götz, Hildegard Lemm, Kurt Butz, Karl Fink, Edgar Fischer, Walter Frey, Alfred Gunzenhauser, Friedhelm Hahn, Karl Herrmann, Friedrich Hildner, Albert Krebs, Hermann Lehnert, Helmut Leiser, Wendelin Metzner, Walter Munzinger, Emil Pommert, Georg Rothenberger, Albert Schmidt, Friedrich Schmidt, Willy Seibold, Roland Sohns, Helmut Ströbel, Eugen von Berg, Arnold Wägele, Karl Walch und Paul Zimmer zurück.

HT

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