Rekultivierung einer ehemaligen Lehmgrube in Reubach kollidiert mit einem Biotop

Das Landratsamt sucht derzeit nach einer Lösung, mit deren Hilfe ein See in Reubach vor der Auffüllung bewahrt werden kann. Das Gewässer in einer früheren Lehmgrube hat sich zu einem Naturparadies entwickelt.

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  • Bis auf den See ist schon ein Großteil des Areals in Reubach rekultiviert. Maximal 230 000 Kubikmeter Erdaushub dürfen hierfür insgesamt verwendet werden. 1/2
    Bis auf den See ist schon ein Großteil des Areals in Reubach rekultiviert. Maximal 230 000 Kubikmeter Erdaushub dürfen hierfür insgesamt verwendet werden.
  • Auf einer Fläche von rund 1,3 Hektar hat sich in der früheren Reubacher Tongrube im Laufe der Zeit ein ökologisch wertvoller See ausgebreitet. 2/2
    Auf einer Fläche von rund 1,3 Hektar hat sich in der früheren Reubacher Tongrube im Laufe der Zeit ein ökologisch wertvoller See ausgebreitet. Foto: 
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Iris Mühlberger von der Ortsgruppe Rot am See des Naturschutzbundes (NABU) gerät ins Schwärmen, wenn sie die Bewohner dieses "in Hohenlohe weithin einzigartigen Biotops" auflistet: Rings um den rund 1,3 Hektar großen und bis zu neun Meter tiefen See und an seinem Ufer tummeln sich nicht nur rare Vögel wie Haubentaucher und Steinschmätzer, sondern auch selten gewordene Insektenarten wie die Glänzende Binsenjungfer-Libelle oder die Grubenhummel.

Diese paradiesischen Zustände sind einer vor etlichen Jahren stillgelegten Lehmgrube der Firma Schaffert und Unbehauen zu verdanken, die seit 1870 das Rohmaterial für die nahebei liegende Ziegelei lieferte. Im Laufe der Zeit füllte sich eine Grube am Rand des Areals mit Wasser und bot den Tieren eine völlig ungestörte Heimstatt.

Diese ökologische Idylle kollidiert jetzt mit einem Vertrag, der schon im Jahr 2001 zwischen dem Grundstücksbesitzer Erich Unbehauen und der Firma Leonhard Weiss abgeschlossen wurde.

Das Bauunternehmen erhielt seinerzeit das mit allen naturschutzrechtlichen Lizenzen ausgestattete Recht, die ehemalige Tongrube mit bis zu 230.000 Kubikmetern Erdaushub aufzufüllen und damit zu rekultivieren - was in den letzten Monaten zu einem großen Teil auch schon geschehen ist.

See komplett unangetastet lassen?

Nur der See blieb bislang von den Erdmassen verschont, obwohl rein rechtlich gesehen auch dieses Gewässer aufgefüllt werden könnte. Erich Unbehauen und die Firma Leonhard Weiss machten von sich aus einen Vorschlag für eine Lösung des Interessenkonflikts: Beim Landratsamt wurde eine Änderungsgenehmigung für die weitere Rekultivierung der Lehmgrube bis zur besagten Höchstmenge beantragt - mit zwei Varianten: entweder den See zum Teil mit Erdaushub befüllen oder das Gewässer komplett unangetastet lassen.

Soll das Biotop in voller Größe erhalten werden (was auch vom NABU dringend empfohlen wird), dann müsste das Niveau des mittlerweile schon aufgefüllten Geländes erhöht werden - wie viele Meter das wären, steht derzeit noch nicht fest.

Über den Antrag und seine zwei Varianten ist bislang noch nicht entschieden, wie der Kreisrat Dr. Friedrich Bullinger aus Reubach auf eine schriftliche Anfrage bei der Haller Behörde erfuhr. Er mahnte auch die (inzwischen erfolgte) Reparatur der Lkw-geschädigten Straßenbankette an. Mit dem Thema Lehmgrube wird sich demnächst auch der Gemeinderat Rot am See befassen.

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