Regen testet neue Kanäle

Wie als müssten die neuen Abwasserkanäle gleich auf Tauglichkeit getestet werden, schüttete es bei der Einweihung der Wohnumfeldmaßnahme in Volkershausen wie aus Kübeln. Es ist aber alles gut gegangen. . .

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Die Reden sind geschwungen, jetzt darf das Band durchschnitten werden: Am Sonntag wurde in Volkershausen die Einweihung der Wohnumfeldmaßnahme gefeiert. Mit Schere am Band die Honoratioren (von links) Ortsvorsteher Reinhold Beck, Bauleiter Bernd Kötzel, Bürgermeister Kurt Wackler, Polier Stefan Böckler und Planer Matthias Schelbert. Foto: Mathias Bartels

Vorsorglich war ohnehin in der Kilianschen Scheuer aufgetischt worden. Schließlich hatte das Wetter in jüngster Vergangenheit oft genug Anlass zu kräftigen Flüchen gegeben. In Volkershausen mit seinen gut 50 Einwohnern ist am Sonntag aber mehr gefeiert worden als das Ende der rund einjährigen Bauarbeiten im Ort. Die Fertigstellung des Abwasserkanals hat dafür gesorgt, dass nunmehr ganz Satteldorf "fertig" ist mit seiner langjährigen Sanierung des Abwassersystems - so man damit überhaupt je fertig sein kann. An der Sammelkläranlage Neidenfels, verdeutlichte Bürgermeister Kurt Wackler, stünden unter anderem mit dem Einbau der Phosphatfällungsanlage bereits die nächsten Arbeiten an.

Volkershausen indes hat für rund 700.000 Euro (Wackler: "Die Abrechnung wird wohl noch günstiger") neben der Abwasserdruckleitung einen neuen Schmutzwasserkanal, Trinkwasserversorgung, Strom- und Telekomverbindungen, eine schmucke Straßenbeleuchtung und eine tadellose Ortsstraße erhalten. Dazu gab es, quasi als Kür, einen gepflasterten Maibaumplatz mit Ruhebänken. Was will man mehr? Wackler lobte nicht nur das geduldige Entgegenkommen der Volkershausener, die ein Jahr lang Unannehmlichkeiten hinnehmen mussten, sondern auch das Engagement des Planungsbüros CDM in Crailsheim, der ausführenden Firma Johann Stein aus Neusitz und der örtlichen Gemeindemitarbeiter um Bautechniker Bernd Engelhard. "Und auch Gemeinde- und Ortschaftsrat haben jederzeit bereitwillig mitgezogen", freute sich der Schulz.

"Natürlich gibt es keinen so großen Andrang, wenn es heißt, der Ort soll ans Klärsystem angeschlossen werden", erläuterte Kurt Wackler. "Schließlich ist das immer mit Kosten für alle Beteiligten verbunden." Umso erfreulicher sei es gewesen, dass die seit den 90er-Jahren angedachte Maßnahme jetzt tatsächlich umgesetzt werden konnte. Als Ortsvorsteher Reinhold Beck darauf hinwies, dass das Volkershausener Abwasser auch vor dem Bau stets sauber gewesen sei, weil man in der Gronach sogar Elritzen habe ausmachen können, konterte der Bürgermeister lächelnd, deshalb habe man ja so lange gewartet.

Die Baukosten muss die Kommune nicht allein aufbringen. Aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und dem Programm für Wasserwirtschaft gab es in der Summe 191.000 Euro. Die Abwasserdruckleitung, die im vergangenen Jahr kurzerhand eingepflügt worden war, schließt den Teilort jetzt über rund 1,6 Kilometer ans Abwassernetz gen Neidenfels an. Als Nächstes steht in Volkershausen die Verbesserung des Bahnübergangs an, teilte Wackler mit.

Planer Matthias Schelbert listete in seinem Grußwort nicht nur die 450 Meter Schmutzwasserkanal auf, sondern auch die 350 Meter Wasserleitungen, die 1600 Quadratmeter Straßenfläche und die rund 500 Meter Bordsteineinfassungen. Das alles habe auch die Privatleute zu Initialzündungen veranlasst, sagte Schelbert. Mit eigenen Renovierungen hätten sie das Ortsbild weiter aufgewertet. Also: "Die Maßnahme ist ein voller Erfolg." Sprachs und schritt mit den anderen Honoratioren zum Durchschneiden des Bands. Für die Bevölkerung gab es Freibier. . .

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