Rallye-Team aus Hohenlohe fährt Anfang Mai vom Allgäu bis nach Jordanien

"Sternenreiter" heißt das Rallye-Team aus Hohenlohe, und nein, romantisch ist das nicht gemeint. Der Name bezieht sich auf die alten Mercedes-Karossen, mit denen sechs Hohenloher nach Jordanien fahren.

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  • Die Matratze fehlt noch, sagt Torsten Holenstein (sitzend), dann kann es auf der Allgäu-Orient-Rallye losgehen. Axel Rudolph und Martin Wopper (hinten von links) von den Weckelweiler Werkstätten fahren im Geiste mit. 1/2
    Die Matratze fehlt noch, sagt Torsten Holenstein (sitzend), dann kann es auf der Allgäu-Orient-Rallye losgehen. Axel Rudolph und Martin Wopper (hinten von links) von den Weckelweiler Werkstätten fahren im Geiste mit. Foto: 
  • Simone und Servet Eslikizi fahren im Mai auf der Allgäu-Orient-Rallye nach Jordanien. Dem Sieger winkt ein lebendiges Kamel. 2/2
    Simone und Servet Eslikizi fahren im Mai auf der Allgäu-Orient-Rallye nach Jordanien. Dem Sieger winkt ein lebendiges Kamel. Foto: 
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Torsten Holenstein aus Rot am See hat die Route bis Istanbul schon ausgetüftelt. Ganz einfach war das nicht, denn die Teilnehmer der Allgäu-Orient-Rallye dürfen keine Autobahnen und keine Mautstrecken benutzen - und auch kein Navigationsgerät, das ist Ehrensache.

"In Istanbul wird dann erst mal durchgezählt, ob noch alle dabei sind." Nicht selbstverständlich auf dieser Rallye, bei der die Autos mindestens 20 Jahre alt sind - und so lautet auch eine der Regeln: Nicht unbedingt alle Fahrzeuge müssen am Ziel ankommen, aber alle Teammitglieder. Im Team "Sternenreiter" sind das Servet und Simone Eslikizi, Hanne Hermann, Ingrid Heimberger, Torsten Holenstein und Werner Wollmershäuser.

Sie kommen außer aus Rot am See aus Kirchberg, Wolpertshausen und Schwäbisch Hall. Und sie haben ein Ziel: Anfang Mai bei der Allgäu-Orient-Rallye starten und hoffentlich drei Wochen später in Jordanien ankommen. Sie sind dabei gut aufgestellt. Servet Eslikizi spricht Türkisch und Arabisch, Simone Eslikizi kann es lesen: "Das ist von einem Volkshochschulkurs mal hängen geblieben."

Werner Wollmershäuser ist begeisterter Hobby-Rallyefahrer, und eine Physiotherapeutin ist auch noch dabei. "Und jede Menge Straßenkarten haben wir auch schon besorgt", sagt Eslikizi.

Zu gewinnen gibt es ein lebendiges Kamel

Über 100 Teams dieser etwas anderen Rallye gehen an den Start. Dem Sieger - das Zielland ist schließlich im Orient - winkt ein lebendiges Kamel. Das kann zwar nicht exportiert werden, "aber wir denken über Wurstdosen nach", scherzt Holenstein und korrigiert sich gleich: "Nein, um den karitativen Charakter der Rallye zu unterstützen, wird dieses Kamel traditionell einem armen Beduinen gespendet."

Immer wieder trifft sich das Team Sternenreiter, um Vorbereitungen zu treffen, und so langsam steigt die Nervosität. "Brauchen wir einen Teekocher? Das haben wir beim letzten Mal besprochen", erzählt Simone Eslikizi. Wichtig auch: Wird gegrillt? Wie viele Liter Wasser braucht man pro Person in der Wüste, wie viele Kanister muss man da mitnehmen?

Zum Übernachten sind die Autos allesamt mit einer hölzernen Liegefläche ausgestattet worden. Die Weckelweiler Werkstätten, der Arbeitgeber von Torsten Holenstein, zeigen sich hier großzügig. "Wir unterstützen unsere Mitarbeiter bei solchen Plänen natürlich", sagt das Leiterduo Axel Rudolph und Martin Wopper. Aber was macht das Bobbycar oben auf dem Dach? "Das hat jemand ausgemustert, weil die Hupe kaputt ist. Wir verschenken es unterwegs", sagt Holenstein. Übrigens bleiben auch die Autos dort - auch sie werden gespendet. Mit allem Drum und Dran. "Ich will nur mit Handgepäck zurückfliegen", sagt Holenstein.

Übrigens - schlauerweise sind die Autos allesamt baugleich. Das bringt Synergieeffekte bei Ersatzreifen und Ersatzteilen.

Natürlich werden die Sponsoren und Freunde in der Heimat die Route verfolgen. Und ja, Syrien wird umschifft - was die Autos betrifft. Und überflogen, was die Fahrer betrifft. Die Strecke über Land wäre zu gefährlich. Das Team Sternenreiter denkt über einen GPS-Tracker nach. "Dann kann jeder im Internet sehen, wo wir gerade sind", sagt Holenstein und freut sich schon.

Einige Besonderheiten der Allgäu-Orient-Rallye

Ziel: Die Allgäu-Orient-Rallye gibt es heuer zum zehnten Mal. Wer mitfahren will, muss schnell sein. Die gut 100 Startplätze sind innerhalb von Minuten reserviert. Der Start ist für den 10. Mai geplant. Drei Wochen später sollen die Teams in Jordanien über die Ziellinie fahren. Dabei müssen nicht alle Autos, aber eins pro Team, und alle Teilnehmer mit mindestens einem Auto über die Ziellinie rollen.

Teilnahmebedingung: Die Autos müssen mindestens 20 Jahre alt sein und für einen guten Zweck in Jordanien bleiben. Übernachtungskosten: maximal 11 Euro pro Nacht.

Strecke: Keine Autobahnen, keine Mautstrecken, gebührenpflichtige Brücken nur nach vorheriger Genehmigung. Kein Navi.

UTS

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