Räuber überfallen Pahl-Museum

Dass sich ein Fotograf in ihren Wäldern herumtreibt, Tatorte ermittelt und Beweise sichert, hat die Räuber vom Mainhardter Wald aufgeschreckt. Im Pahl-Museum beäugten sie den Fremden misstrauisch.

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"Das soll ich gewesen sein?" Der Mösersmüllersohn (Wulf von Wurmb) hadert mit Volker Hoscheks Beweisfotos von den Tatorten seiner Raubüberfälle.  Foto: 

"Ich muss Ihnen sagen: Sie trauen sich was!", kommentierte der stellvertretende Bürgermeister Mainhardts, Tilman Schoch, die Arbeit des Murrhardter Fotografen Volker Hoschek, der derzeit seine Bilder im Gailsbacher Manfred-Pahl-Museum ausstellt. "Denn Schnüffler", warb Schoch um Verständnis, "mögen wir Nachfahren der Räuber hier überhaupt nicht, Fremden gegenüber sind und bleiben wir immer ein Stück misstrauisch. Wir beäugen sie mit Vorsicht und bilden uns nach und nach ein Urteil". Schoch weiß, wovon er spricht: Als "langer Weber" wird er im Stück des Mainhardter Laienschauspiels selbst von den Räubern geworben. Ernst nahm die Drohung aber kaum einer - sie war auch nicht so gemeint. Unter Mainhardtern ist längst bekannt, wie gern die Schauspielertruppe "foltert": Mit Schnupftabak, Schnaps und dem abgezwungenen Schwur, sich den Räubern niemals in den Weg zu stellen.

Bei der Eröffnung der Ausstellung von Hoscheks Fotografien zum Thema "Räuberspuren" mischte sich die Schauspieltruppe im Kostüm unter die rund 80 Gäste und brachte den Räuberschnaps "den will i" und den Räubersekt mit. Hoschek zeigt seine Bilder zum zehnjährigen Bestehen der Truppe.

Ein Täter kommt bekanntlich irgendwann an den Tatort zurück, sagt eine Kriminalistenweisheit. Hoschek half dabei etwas nach. So kam es, dass sich der Mösersmüllersohn (Wulf von Wurmb) mit den Orten seiner Taten konfrontiert sah und der Amtsbote (Volker Massini) zeigen konnte, wo genau er überfallen wurde. Das schmeckte den Räubern wenig. "Wir Räuber haben sie im Blick", drohte Schoch humorvoll, "wir werden uns Ihre Ausstellung genau ansehen. Und sollte sich herausstellen, dass Sie uns nicht wohlgesonnen sind, dann haben wir da so unsere Mittel . . ."

"Tolle Rede", freute sich Hoschek und verkündete sein nächstes Projekt: Proben und Aufführungen des Theaterstücks fotografieren.

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