Räuber richtet Pistole auf Angestellte

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Der Mann kniet auf dem Tresen der Bank und steckt Geld ein. Er ist mit einem auffälligen Pulli bekleidet.  Foto: 

Der Mann trägt einen schwarzen Kapuzenpulli, Bart, Sonnenbrille und beige-farbene Hose, als er am Montag um 17.26 Uhr auf den Tresen der Sparkassen-Filiale im Teurershof steigt. Dort kniet er sich hin, richtet mit einer Hand eine silberne Pistole auf die einzige Angestellte im Haus und nimmt mit der anderen die Scheine aus der Auslage davor. Der Mann mit schlanker Figur spricht dabei kein einziges Wort.

Nur wenige Augenblicke später flüchtet der 25 bis 30 Jahre alte Mann in unbekannte Richtung. In der Bank auf dem Teurershof wird eine Minute später der Alarm ausgelöst, vier Streifenwagen rauschen in den Haller Westen, der erste ist um 17.31 Uhr vor Ort. Doch der Täter ist längst verschwunden, mit einem Betrag im „untersten fünfstelligen Bereich“, wie Polizeisprecher Bernd Merkle auf Nachfrage mitteilt.

Eine Fahndung wird ausgelöst. Eine Hubschrauber-Besatzung macht sich in Stuttgart startklar, meldet aber wenige Minuten später, dass „wetterbedingt kein Anflug möglich ist“. Die Beamten können daher nur auf dem Boden suchen – und bleiben erfolglos.

Dabei ist der Täter, das zeigen die Videoaufzeichnungen in der Bank, kaum getarnt, seine Kleidung ist auffällig. Auf den Ärmeln steht „Black Squad“, ebenso auf der Brust. „Das Bild ist beinahe wie ein Passfoto“, so Merkle über die Qualität.

Außerdem trägt der Täter offenbar nur Trainingshandschuhe mit freiliegenden Fingerkuppen. Hohe Erwartungen setzt die Polizei deshalb in die Auswertung der Fingerabdrücke und der Faser- und DNA-Spuren, die von Kriminaltechnikern gesichert werden.

Bei bewaffnetem Raub, so Merkle, handle es sich um eine schwere Straftat, die mit mindestens einem Jahr Haft geahndet wird. Der Täter habe dabei nicht nur einen finanziellen Schaden hinterlassen, sondern bei der Angestellten auch einen psychologischen. „Das ist das absolut Schwerste in diesem Fall“, so der Polizeisprecher. „Opfer von Überfällen verfolgt das manchmal ein Leben lang.“

Thomas Lützelberger, der Chef der Sparkasse Schwäbisch Hall-­Crailsheim, will sich zur Tat nicht äußern. „Das ist Sache der Polizei“, sagt er. Die Bank begleite aber die Angestellte. „Sie bekommt von uns die Unterstützung, die sie braucht und haben will.“ Konkrete Leitlinien, wie in solchen Extremfällen umgegangen wird, gebe es nicht, da Überfälle sehr selten seien. „Der letzte war vor rund zehn Jahren.

Bernd Merkle bestätigt das. „In den vergangenen Jahren waren eher Tankstellen das Ziel bei Überfällen.“ An Banken trauten sich Täter meist nicht mehr ran – wegen der verschärften Sicherheitsvorkehrungen. So öffneten sich Tresore erst nach einer gewissen Wartezeit. Das hat den Räuber, dessen Tatausführung wegen der mangelnden Tarnung wenig professionell erscheint, am Montag nicht abgeschreckt.

Text sdf

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