Prognose: Die Zukunft in rosigen Farben

Wie entwickelt sich die Wirtschaft in diesem Jahr? Diese Frage beschäftigte die Referenten bei den Konjunkturprognosen der Wirtschaftsjunioren. Die Voraussagen fallen überwiegend optimistisch aus.

|

Alle Jahre wieder wagt die Regionalgruppe Schwäbisch Hall-Crailsheim der Wirtschaftsjunioren den Blick in die Zukunft: Fünf Vertreter der heimischen Wirtschaft versuchten am Donnerstagabend bei den Konjunkturprognosen anhand zahlreicher Daten und Schaubilder aufzuzeigen, was das noch junge Jahr bringen könnte.

Dabei waren die Referenten im gut gefüllten Ilshofener Rathaus weit davon entfernt, aus der Glaskugel oder gar dem Kaffeesatz zu lesen. Vielmehr ging es darum, aus der Entwicklung der vergangenen Jahre Rückschlüsse auf künftige Zeiten zu ziehen. Dass es letztendlich aber auch ganz anders kommen kann als zunächst vermutet, davor warnte Rainer Metschke, Vorsitzender der Regionalgruppe Schwäbisch Hall-Crailsheim, bei seiner Einführung. Er erinnerte daran, dass 2007 die Prognosen für die nachfolgenden Jahre gut waren - doch dann kam die Wirtschaftskrise. Wie immer ist die Zukunft also ungewiss. Sollten allerdings die Referenten mit ihren Einschätzungen richtig liegen, dann steht ein zufriedenstellendes Jahr an.

Diesen Eindruck vermittelte gleich zu Beginn Klaus Ehrmann. Das Vorstandsmitglied der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim erörterte das Werden des Finanzmarkts. Er fasste zunächst zusammen: "Unter den Anlageklassikern schnitten im vergangenen Jahr Aktien am besten ab, quasi nichts zu verdienen gab es mit festverzinslichen Papieren." Daher kommt Ehrmann auch zum Fazit: "Sichere Häfen wie Bundesanleihen werden immer weniger gefragt. Insgesamt wächst die Weltwirtschaft moderat, die Eurokrise ist eingedämmt. Und: Die Zinsen bleiben niedrig."

Positiv sind die Aussichten für den Maschinenbau. Kathrin Kranz zeigte am Beispiel Bausch + Ströbel, womit die Branche rechnen kann. "2013 lagen die Schwerpunkte im Auftragseingang bei den USA, China und Deutschland." Diese wichtigen Märkte erfahren im gesamtwirtschaftlichen Umfeld auch im aktuellen Jahr eine positive Entwicklung - bei allen dreien wird ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) und bei der Investitionsbereitschaft prognostiziert. "Diese Entwicklungen hätten positiven Auswirkungen auf den Maschinenbau", ist Kranz sicher. Chancen sieht sie vor allem beim Sondermaschinenbau, der aufgrund der pharmazeutischen Industrie und der zunehmend nötig werdenen medizinischen Versorgung weiter wächst.

Timo Rößler, Geschäftsführer bei Röwisch Wohnbau, gab Einblicke in die Baubranche. "Hier wirken die Rekordjahre 2011 und 2012 bis heute fort. Die Auftragsbücher - und das gilt auch für die der Handwerker - sind gut gefüllt", erklärt er. Somit ist für die kommenden Jahre bereits eine gute Grundlage geschaffen. Allerdings steht die Branche auch vor Herausforderungen. Zu diesen zählt Rößler vor allem starke Baupreissteigerungen und die zunehmende Bürokratisierung, die zum Beispiel die "Energiesparverordnung 2014" mit sich bringt.

Zum ersten Mal wurde bei den Konjunkturprognosen der Wirtschaftsjunioren die Personaldienstleistungsbranche beleuchtet. "Bei uns macht sich ein starker Wandel bemerkbar. Nur noch 30 Prozent der Beschäftigten in Arbeitnehmerüberlassung sind ungelernte Kräfte. Der Anteil von Akademikern und Weißkitteln nimmt immer mehr zu", erklärt Jochen Rummel, Geschäftsführer bei Temperso Rummel und Glass. Als Flexibilisierungsmaßnahme für Betriebe ist Zeitarbeit stark vom Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe abhängig. Der Markttreiber ist eine positive Entwicklung des BIP, Hemmnisse liegen bei der Regulierung durch die Politik und bei der geringen Verfügbarkeit von Fachkräften. Laut Rummel wird für die Branche ein Wachstum von nur einem Prozent prognostiziert.

Zuletzt stand noch der Blick auf den Arbeitsmarkt auf dem Programm. Hier zeigt sich in der Region ein niedriger Bestand an Arbeitslosen. Besorgnis erregt da schon eher der Blick auf den Ausbildungsmarkt: "Die Zahl der Bewerber geht auch in der Region deutlich zurück. Vor allem in der Energietechnik, der Fahrzeug-, Luft-, und Raumfahrttechnik ist ein Engpass an Fachkräften zu bemerken und dieser Trend wird weitergehen", zeigt sich Stefan Gutfreund, Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, beunruhigt.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Italienische Lieder im Park stoßen auf große Resonanz

„Don & Giovannis“ sorgen für einen gelungenen Auftakt des Kulturwochenendes. Ganz italienisch: Tenor Andreas Winkler sucht Kontakt zum Publikum. weiter lesen