Probelauf bei 650 Grad - Oberfischach testet für US-Unternehmen

Beim Oberfischacher Unternehmen Fima ist es heiß hergegangen: Für ein Projekt wurde eine Anlage unter realen Bedingungen getestet - bei 650 Grad Celsius. Die Anlage wird derzeit in den USA installiert.

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Sicherheitsvorschriften beinahe wie beim Start einer Rakete: Auf dem Prüfstand bei Fima wird die Anlage unter realen Bedingungen getestet. Der Mitarbeiter trägt einen hitze- und feuerfesten Anzug.  Foto: 

Ein US-Großunternehmen suchte einen Partner, der einen Verdichter für Heißgas liefern kann. Die Anlage wird für einen Teststand benötigt. Der Verdichter soll das heiße Abgas simulieren, das beim Verbrennen entsteht. Gasturbinen sollen auf Ölfeldern das dort anfallende Erdgas verstromen. Früher wurde es umweltschädlich verbrannt, schreibt das Obersontheimer Unternehmen in einer Pressemitteilung. "Wir waren der einzige Anbieter, der die geforderten Parameter liefern konnte", berichtet Fima-Geschäftsführer Stephan Jakob.

Techniker tüfteln fast ein Jahr lang am Projekt

"Fast ein Jahr haben unsere Techniker an dem Projekt getüftelt, bis wir die Maschine in unserem Teststand hatten", erzählt Jakob. Die Schwierigkeit sei vor allem die hohe Temperatur gewesen. Die einzelnen Teile dehnen sich abhängig vom Werkstoff bei Erwärmung unterschiedlich stark aus und ziehen sich bei Abkühlung unterschiedlich zusammen. Dazu komme, dass manche Komponenten, wie beispielsweise die Lager der Welle, nur vergleichsweise geringe Temperaturen vertragen. "Wir hatten nur 30 Zentimeter, um gut 570 Grad Wärme abzubauen", so der Geschäftsführer.

Als vor einigen Tagen der Verdichter den Abnahmetest bei Fima absolvieren sollte, waren eine ganze Reihe an Vorkehrungen notwendig: Die Anlage musste gekühlt werden, für Schwierigkeiten ein Notwasserbecken zur Verfügung stehen und die Mitarbeiter mussten Schutzkleidung tragen. "In unserem Teststand sah es aus, wie auf einem Weltraumbahnhof", schmunzelt Stephan Jakob, "alle Mitarbeiter liefen in den silbrigen hitze- und feuerfesten Anzügen herum."

In einem geschlossen System wurde das Gas langsam erhitzt, so konnten sich die Werkstoffe kontrolliert ausdehnen. Flüssiger Stickstoff, minus 196 Grad kalt, diente als Temperaturregler. Zwei Mitarbeiter überwachten die Parameter und justierten sie ständig nach. Wegen der extremen Temperaturunterschiede gab am Ende des Testlaufs ein Rohr der Versuchsanordnung nach. Die Prüfung musste abgebrochen werden. "Die Vertreter des Kunden, die den Test vor Ort mitverfolgt haben, waren beeindruckt und begeistert von den Leistungen des Verdichters", berichtet Geschäftsführer Jakob stolz. "Trotz des abrupten Endes wurde der Test als erfolgreich gewertet und die Anlage konnte ausgeliefert werden." Derzeit wird die Anlage in den USA installiert.

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