Private sollen Zuschüsse nutzen

Die Vellberger Rathauschefin Ute Zoll hatte zu Rundgängen in Lorenzenzimmern und Großaltdorf eingeladen. Für Großaltdorf gab es gute Neuigkeiten: Private Sanierungen fördert das Land bevorzugt.

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Leerstehende Gebäude wie alte Scheunen sollen in Großaltdorf umgebaut werden, damit sie als Wohn- oder Geschäftsraum genutzt werden können. Archivfoto: Marc Weigert

Der Regen war wohl Schuld daran, dass sich zum Treffpunkt am ehemaligen Rathaus nur 20 Großaltdorfer, darunter viele Ortschafts- und Gemeinderäte, einfanden. Doch die waren so interessiert, dass sie auch zur anschließenden Runde im Feuerwehrmagazin blieben.

Viel Kritik brauchte sich Bürgermeisterin Ute Zoll nicht anzuhören. Die meisten Bürger fühlen sich wohl, wenn auch in der Dorfmitte einige Häuser unbewohnt sind und es bis auf Bäcker, Metzger und Bank keine Läden mehr gibt. Seit einem Jahr bemühen sich Großaltdorfer Bürger und Gemeindemitarbeiter zusammen mit einem Architekturbüro, Eigentümern von leeren Scheunen und sanierungsbedürftigen Häusern Umbauten und Modernisierungen mit Fördergeld vom Land schmackhaft zu machen.

Doch konnte Zoll mit noch besseren Nachrichten aufwarten: Großaltdorf sei Schwerpunktgemeinde im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Das hatte das Landratsamt bestätigt. Das bedeutet: Die nächsten fünf Jahre erhalten private Sanierungsprojekte in Großaltdorf bevorzugt Geld, maximal 50000 Euro. Öffentliche Sanierungen werden statt wie üblich mit 40 jetzt mit 50 Prozent bezuschusst.

"Jetzt heißt es reden, reden, reden und die Bürger auf das tolle Angebot aufmerksam machen. Ortsvorsteherin Andrea Binder ist da schon bisher sehr aktiv", so Zoll in der Runde im Feuerwehrmagazin, die mit als erste in der Gemeinde von dem bewilligten Antrag erfuhr.

Ein typisches Projekt für einen Zuschuss wäre der Umbau einer Scheune zu Wohn- und Gewerberäumen. Gebäude, die dafür in Frage kämen, gebe es in Großaltdorf genug - 80 Gebäude könnten umgebaut werden - doch liege die Entscheidung selbstverständlich bei den Eigentümern, so Zoll. Auch die Gemeinde werde ELR-Anträge für kommunale Gebäude in Großaltdorf stellen, versprach sie. Die Verwaltung denke darüber nach, das Feuerwehrmagazin zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen.

Beim Rundgang durch das Baugebiet Wolfsgraben wies Zoll darauf hin, dass die jetzige grün-rote Landesregierung den Flächenverbrauch senken möchte und sich auf die Innenentwicklung von Gemeinden konzentriere. "Heute könnten wir so ein Baugebiet sicher nicht mehr ausweisen. Gut, dass wir es haben und noch weiter Bauland erschließen können", meinte sie. Aktuell sind dort noch vier Bauplätze frei.

Wenig glücklich sind einige Anwohner der Raiffeisenstraße über Walnussbäume entlang der Straße. Sie werden sehr hoch und die Wurzeln drücken wohl bald den Asphalt nach oben. Außerdem werfen sie viel Laub ab, das schlecht verrottet. Positiv merkte eine Frau an, dass die Bauhofleute sie schön gestutzt hätten. Auch auf dem Friedhof gebe es Bereiche, wo enorm viel Laub fällt, bemängelte ein Bürger.

Überrascht war Ute Zoll von der großen Resonanz in Lorenzenzimmern. 36 "Zimmerer" nahmen das Angebot wahr, vor Ort ihre Anliegen, aber auch ihr Lob anzubringen. Es ging um die Feldwege, die zum Teil immer noch in einem schlechten Zustand seien, obwohl die Stadt 2013 schon Geld investiert hat. Auch die Pflege von Hecken und Bäumen durch den Bauhof und ein zugiger Bereich bei der Aussegnungshalle im Friedhof kamen zur Sprache. Bürgermeisterin Zoll versicherte, dass Lorenzenzimmern der Gemeinde genauso wichtig wie alle anderen Teilorte sei.

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