Positive Überraschung

Der Kreßberger Haushalt 2017 profitiert von hohen Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer. Die Eckpunkte für 2018 stehen auch schon fest.

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Eine gute Nachricht vorweg, bevor es an dieser Stelle um den Haushalt der Gemeinde Kreßberg für das Jahr 2018 geht: Das laufende Haushaltsjahr schließt deutlich positiver ab als geplant. Kämmerin Annemarie Mürter-Mayer rechnet mit Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer von fast 600.000 Euro, sofern „nichts Überraschendes“ mehr passiert. Und deshalb könne aller Voraussicht nach auf die geplante Kreditaufnahme von 410.000 Euro in 2017 verzichtet werden.

„Wir sind vorsichtig optimistisch, was den weiteren Konjunkturverlauf und auch die Steuereinnahmen in Kreßberg anbelangt“, betont Mürter-Mayer. Trotzdem lässt sie das Prinzip Vorsicht walten und den Ansatz für die Gewerbesteuereinnahmen beim bereits 2017 erhöhten Planansatz von 1,7 Millionen Euro. „Höhere Gewerbesteuereinnahmen werden mittelfristig jedoch unerlässlich sein“, so Mürter-­Mayer weiter, „stehen doch im investiven Bereich weiterhin große Vorhaben mit hoher Mittel­bindung vor der Türe“. Das mit Fichtenau geplante interkommunale Gewerbegebiet in Bergbronn könnte für die erhofften höheren Einnahmen sorgen. Auf der anderen Seite muss dafür erst einmal kräftig investiert werden.

Beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 2018 rechnet Kreßberg (3995 Einwohner) mit einem Plus von rund 240.000 Euro im Vergleich zu 2017. Ein großer Posten im Verwaltungshaushalt mit seinen 10,5 Millionen Euro sind die Personalkosten. Sie steigen um 60 000 Euro auf 2,36 Millionen Euro. Für Instandsetzungen hat Mürter-Mayer 480.000 Euro veranschlagt,  „um auch in der Zukunft ein böses Erwachen durch unterlassene Ausbesserungsarbeiten zu vermeiden“.

Der Vermögenshaushalt weist mit 4,3 Millionen Euro ein Rekordvolumen auf. Die Liste der Investitionen – und darin unterscheidet sich Kreßberg nicht von vielen anderen Gemeinden – ist lang. Für den bereits in 2017 anfinanzierten Breitbandausbau ist eine weitere Rate mit 700.000 Euro eingestellt. Für die Sanierung der Halle in Haselhof, ist eine erste Rate von 400.000 Euro fällig. Ebenfalls 400.000 Euro werden für den ­Erwerb von bebauten und unbebauten Grundstücken benötigt. Hinzu kommt die Restfinanzierung für die ­Erschließung des Baugebietes Obere Schanze in Mariäkappel (140 000 Euro).

Mit dem nötigen Augenmaß

Für die Feuerwehr ist ein neues Fahrzeug, ein LF 10, vorgesehen. Kostenpunkt: 300.000 Euro. Dafür soll ein Förderantrag gestellt werden. Erste Raten von 200.000 beziehungsweise 180.000 Euro fallen für Fremdwasserbeseitigung und Kanalsanierung an. 120.000 Euro sind im Haushalt für die Planung der Ortsumfahrung Bergbronn eingestellt und 100.000 Euro fürs Landessanierungsprogramm Marktlustenau.

„In Anbetracht der vielen Investitionen, die mittel- bis langfristig auf uns zukommen, wird es für die Folgejahre nicht mehr möglich sein, ohne Kredite auszukommen“, betont Mürter-Mayer. Was das zur Folge hat, ist in ihrer Vorlage zur Gemeinderatssitzung fett hervorgehoben: „Umso mehr müssen wir in den kommenden Jahren also darauf achten, sehr wirtschaftlich bei der Umsetzung unserer Vorhaben vorzugehen und mit dem nötigen Augenmaß und entsprechender Zurückhaltung zusätzlichen Projektideen gegenüber treten.“

Zum Schluss noch eine gute Nachricht für 2018: Da in diesem Jahr keine Kredite aufgenommen werden und die Tilgung mit 190.000 Euro auf Vorjahresniveau bleibt, sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung auf 318 Euro pro Einwohner – das ist der niedrigste Wert seit 30 Jahren.

Der Haushalt der Gemeinde Kreßberg für 2018 hat ein Gesamtvolumen von rund 14,8 Millionen Euro. Davon entfallen 10,5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 4,3 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Zuführungsrate vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt beträgt rund 809 000 Euro, geplant war mit 492 000. Nach Abzug der Kredittilgungen werden Eigenmittel von rund 618 000 Euro als Nettoinvestitionsrate für Investitionen zur Verfügung gestellt. Die Wechselwirkungen des Finanzausgleichs machen sich bei den Schlüsselzuweisungen negativ bemerkbar. Diese liegen mit 1,67 Millionen Euro zwar 215 000 Euro über dem Ansatz von 2017, bleiben aber deutlich hinter dem Ergebnis von 2016 (1,93 Millionen Euro) zurück. Auf der Ausgabenseite steigen die Umlagen an das Land und den Landkreis von 2,98 auf 3,13 Millionen Euro. js

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