Polizeihauptkommissar Ostermann über Gefahren im Internet

Die Gefahren neuer Medien für Kinder unterschätzten viele Eltern immer noch. Dies wurde bei einem Vortrag von Polizeihauptkommissar Ulrich Ostermann an der Grund- und Werkrealschule Oberrot deutlich.

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    Polizeihauptkommissar Ulrich Ostermann ist im Bereich der Prävention tätig.
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    Eltern, Lehrer und Erzieherinnen hören den Vortrag von Polizeihauptkommissar Ulrich Ostermann an der Grund- und Werkrealschule Oberrot. Foto: 
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Ostermann machte deutlich: Im Internet gelten die gleichen Gesetze wie im realen Leben. So ist es auch hier verboten, jemanden zu beleidigen, zur Gewalt aufzurufen sowie pornografische oder gewaltverherrlichende Filme zu senden. Verboten ist auch das Zurschaustellen höchstpersönlicher Lebensbereiche anderer wie etwa Bilder aus der Toilette oder Intimbilder. Das Hochladen von Tonaufnahmen aus dem Klassenzimmer ist tabu. Jemanden zu misshandeln und das Ganze dann als Film auf Youtube hochzuladen, bekannt als Happy Slapping, ist kein harmloser Spaß, wie viele meinen, sondern strafbar. Auch das illegale Herunterladen von Musikdateien und kopiergeschützten Spielen kann sehr teuer werden. Eltern sollten mit ihren Kindern über die Rechtslage sowie die Gefahren unbedingt reden. Wer anderen etwa intime Bilder zur Verfügung stellt, muss damit rechnen, eines Tages damit erpresst zu werden, meinte Ostertag. In sozialen Netzwerken sollten sich Kinder und Jugendliche nie mit ihrem realen Namen anmelden und sich genau überlegen, was sie von sich preisgeben. Kinder müssen sich darüber klar werden, dass ein falscher Klick einen kostenpflichtigen Vertrag nach sich ziehen kann. Eltern sollten ihre Kinder auch davor warnen, persönlichen Kontakt mit Internetbekanntschaften aufzunehmen. Oft verbergen sich dahinter Pädophile, die sich hinter einer falschen Identität verstecken, weiß der Kriminalhauptkommissar aus Erfahrung.

Ostermann wies aber auch auf Gefahren jenseits der Gesetzeslage hin. Er machte deutlich, dass ein hoher Medienkonsum die schulischen Leistungen negativ beeinflusse. Das Schulwissen werde etwa wesentlich schlechter ins Langzeitgedächtnis übernommen. Wo der Medienkonsum zur hauptsächlichen Freizeitaktivität wird, habe dies weitreichende Folgen wie Empathieverlust, verzerrte Vorstellung von der Realität, Verkümmerung des Sozialverhaltens, Zunahme von Gewaltbereitschaft und Mobbing.

Ulrich Ostermann hatte für die Eltern klare Empfehlungen mitgebracht: Fernseher und Computer haben in Kinderzimmern nichts zu suchen. Die Zeiten für den Medienkonsum sollten begrenzt und klare Regeln festgelegt werden. Vor dem 13. oder 14. Lebensjahr sollten die Kinder nicht über ein internetfähiges Handy verfügen. Ganz wichtig sei auch, dass Eltern sich für das interessieren, was ihre Kinder in den Medien konsumieren und immer wieder das Gespräch mit ihnen darüber suchen. Ostermann weiß, dass dies alles oft schwer durchzuhalten ist und viele Kämpfe kostet. Doch er versprach den Eltern: "Ihre Kinder werden Ihnen einmal dankbar dafür sein!"

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