Polizei kontrolliert gezielt Schwertransporter auf der A 6 - Erschreckende Bilanz

Schwertransporte nahm die Polizei bei einer Kontrolle auf der A 6 gezielt unter die Lupe. Die Bilanz fällt erschreckend aus: 60 Prozent aller Fahrzeuge fielen durch die Prüfung auf dem Reußenberg-Parkplatz.

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Fahnder des Zolls richten ihr Augenmerk auf Autos. Mehr Fotos auf www.hallertagblatt.de Privatfoto

Erfahrene Beamte wie Polizeihauptmeister Jochen Reber vom Autobahnpolizeirevier in Kirchberg/Jagst machen sich schon längst keine Illusionen mehr über die Sicherheit bei Schwertransporten: Der Kontrollstellenleiter bei der Aktion auf dem Reußenberg-Parkplatz der A 6 hat in seinem Berufsleben schon etliche rollende Zeitbomben aus dem Verkehr gezogen - schwarze Schafe, die eine ganze Branchen-Herde in Verruf bringen.

Zusammen mit 13 Kollegen von der ebenfalls in Kirchberg angesiedelten Verkehrspolizeidirektion Schwäbisch Hall sowie von den Verkehrskommissariaten in Aalen und Backnang wurde Jochen Reber auch in dieser Nacht fündig.

Schwertransporter, die aufgrund ihrer Maße noch ohne Polizeibegleitung unterwegs sein dürfen, siebten Streifenwagen aus dem Verkehrsstrom auf der A 6 heraus. Die Bilanz des Einsatzleiters, Polizeihauptkommissar Matthias Franz, fällt nach über sechs Stunden vernichtend aus: Von zehn Boliden bestanden sechs die einschlägigen Überprüfungen nicht - was einer Fehlerquote von 60 Prozent entspricht. Drei Fahrer mussten sofort eine Zwangspause einlegen, die Polizei verbot ihnen die Weiterfahrt.

Saftige Geldbuße

Die uniformierten Spezialisten widmeten sich mit Waage, Maßband und geschultem Blick für technische Mängel auch den Leichtgewichten der Transportbranche: Zwei von drei kontrollierten "Sprintern" litten an akutem Übergewicht - einmal mit zwölf Prozent Überladung und einmal mit zehn Prozent, was die Kasse der betroffenen Spediteure wiederum um eine saftige Geldbuße erleichtert.

Acht Zollfahnder waren bei der Kontrolle ebenfalls im Einsatz. Ihr Augenmerk richtete sich vor allem auf Schmuggelware wie zum Beispiel Zigaretten - zehn Stangen fanden sich in einem Auto.

Als "Beifang" geriet eine ausländische Frau in das Netz der Polizei: Sie war zur Festnahme ausgeschrieben, konnte sich aber mit einer Sicherheitsleistung nicht freikaufen. Deshalb muss sie jetzt 40 Tage im Frauengefängnis in Schwäbisch Gmünd absitzen.

Regeln für Schwertransporte in der EU nicht einheitlich

Nichts zu befürchten haben Lkw-Fahrer, wenn sie sich bei Schwertransporten an die Spielregeln der Straßenverkehrsordnung halten. Demnach braucht es keine Sondergenehmigung oder gar Polizeibegleitung, wenn die Gefährte nicht höher als vier Meter, breiter als 2,55 Meter und schwerer als 40 Tonnen sind. Lkws mit Anhänger dürfen ohne spezielle Lizenzen eine Länge von 18,75 Meter nicht überschreiten, bei

Sattelzügen liegt das Limit bei 16,50 Meter. Die Polizei räumt bei ihren Kontrollen stets einen "Rabatt" von zehn Zentimetern als Toleranz ein. Keinen Spielraum gibt es dagegen für ausländische Fahrer, in deren Heimatländern eventuell andere Maße gelten. In Frankreich zum Beispiel liegt der Höhengrenzwert bei 4,40 Meter, der auf deutschen Straßen aber nicht gilt.

HAZ

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