Pokale und Bänder für die schönsten Tiere

Zum 46. Mal hat der Kleintierzuchtverein Blaufelden die Fränkisch-hohenlohische Jungtierschau ausgerichtet. Bis zu 100 Kilometer weit sind die Züchter angereist.

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Stolz auf ihre schönen Tiere sind (von links) Jona Reinhardt mit einer Taube der Rasse Mährische Strasser; Max Schmidt mit einem Hahn der Rasse Zwergwyandotten; Anna-Lena Fernsler mit einem Kaninchen der Rasse Holländer; Sarah Habermann mit einer Japanischen Legewachtel; vorne kniend: Jugendleiter Andreas Bauer mit einer Landente mit Haube.  Foto: 

Die Hähne krähen. Fenster und Türen der Markthalle in Blaufelden sind weit geöffnet. Denn die Kleintiere der fränkisch-hohenlohischen Jungtierschau, mit der die zwölfte Kreisjugend-Jungtierschau verbunden ist, brauchen bei der schwül-warmen Witterung frische Luft.

Die 600 ausgestellten Tiere mussten bis vor vier Wochen vor der Schau angemeldet sein. Ausstellungsleiter Steffen Haag und sein Team konnten dann die Anzahl der Käfige und ihre Aufstellung planen. Am Freitag wurden die Tiere angeliefert und in die Käfige gesetzt.

Die sieben Preisrichter – drei für Kaninchen, vier für Geflügel – vergaben jeweils einen Pokal und mehrere Bänder. „Die Qualität der Jungtiere ist gut“, sagte Steffen Haag erfreut. Im August seien sie noch im Wachstum und nicht vollständig durchgemausert. Aber bis zur Kreistierschau im Oktober und zur Lokalschau am ersten Advent gibt sich das.

Die Ausstellungsmacher haben sorgfältig vorgearbeitet. Martina Christ und Steffen Haag sind für den umfangreichen Katalog verantwortlich. Es werden Rassebilder der gezeigten Tiere an einer großen Schautafel aufgehängt und weitere in einem Ordner zum Nachschlagen angeboten. Schließlich ändert sich auch immer wieder einiges. Zwerg-Seidenhühner beispielsweise sind erst in den letzten beiden Jahren als Ausstellungstiere dabei. „Er hat sie noch gewaschen und geföhnt“, sagt einer an der Kasse.

Albrecht Simon stellt die in der Kategorie „beste Tiere und Rassesieger“ der Kreisjugend-Jungtierschau geführten, auffallenden Hühner mit den flauschigen Federn, dem haubenartigen Schopf, den befiederten Läufen und blauen Ohrscheiben aus. Sie haben unter dem weißen Federkleid eine ganz blaue Haut. Die Cemani haben sogar eine schwarze Haut unter den schwarzen, leicht bläulich-grün schimmernden Federn. Auch die Kämme der nach einer Ortschaft in Zentral-Java benannten Hühner von Rainer Bauer, dem Vorsitzenden des Kleintierzuchtvereins Blaufelden, und von Peter Gaspar sind schwarz.

Ebenfalls ursprünglich aus Asien stammen die deutschen Peking­enten. Es sind schwere, weiße Tiere mit gelbem Anflug, wie man das nennt, also leicht gelblicher Färbung, und aufrechter Körperhaltung mit viel Federwerk. Steffen Haag hält die vom Aussterben bedrohte Haustierrasse ebenso wie Orpingtonenten. „Damit erhalten wir ein Kulturgut“, stellt er fest. Auch Andreas Hammel züchtet mit seinen deutschen Sperbern, Hühnern mit einem auffälligen gescheckten Federmuster, Tiere einer vom Aussterben bedrohten Rasse.

Es gibt aber auch Tiere, die im Trend liegen. Laufenten gehören dazu. „Mir gefallen sie“, lächelt Steffen Haag. Die Tiere vertilgen mit Vorliebe Schnecken. „Am besten lässt man sie morgens und abends vielleicht für zwei Stunden in den Gemüsegarten.“ Wenn sie zu lange dort sind und keine Schnecken finden, fressen sie nämlich den Salat. Sie haben auf Haags Grundstück in Schroz­berg, das an einen Bach grenzt, eine Badegelegenheit.

Einer eher jungen Rasse gehören die japanischen Legewachteln an. Sarah Habermann ist mit den zutraulichen Tierchen Siegerin der Kategorie Zwerg-Hühner bei der Kreisjugend-Jungtierschau. Sie brauchen nicht viel Platz, und wenn es warm ist, legen sie fast jeden Tag eines der schön gezeichneten Eier.

Sieger bei den Tauben wurde Jona Reinhardt. Der Elfjährige hält vorsichtig seine Mährische Strasser in den Händen. Er züchtet sie in Billingsbach. „Mein Opa hat einen Taubenschlag unterm Dach“, erzählt er. 20 Tauben hat Jona ungefähr. Auch Mohrenkopf-Tauben sind darunter. Aber fliegen dürfen sie nicht. „Sie würden den Weg zurück nicht mehr finden.“ Und das wäre schade, so schön wie sie sind.

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