Platz nur für sechs Windräder - Keine Stellungnahme von Stadt Langenburg

Ohne weitere Stellungnahme nimmt die Stadt Langenburg die neuen Windkraftpläne des Regionalverbands für den Brüchlinger Wald zur Kenntnis. Der Verband plant ein Vorranggebiet für sechs Windräder.

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Die schraffierte Fläche stellt das vom Regionalverband vorgesehene Vorranggebiet im Brüchlinger Wald dar, in dem sechs Windräder Platz hätten. Die orangene Linie umreißt dagegen die Konzentrationsfläche, wie sie bisher im Entwurf des Flächennutzungsplans des Verwaltungsverbands Gerabronn-Langenburg geplant ist. Grafik: Regionalverband Heilbronn-Franken

Der Gemeinderat hatte kürzlich über eine Stellungnahme zur Teilfortschreibung des Regionalverbands Heilbronn-Franken in Sachen Windenergie zu befinden. In einem erneuten Beteiligungsverfahren lag ein Entwurf vor, der neue Regelungen für den Brüchlinger Wald vorsieht. Das Langenburger Fürstenhaus und die ENBW planen dort einen Windpark mit bis zu 18 Anlagen.

Der Regionalverband hatte im Brüchlinger Wald zuletzt die Vorranggebiete 09-SHA mit 57,6 Hektar südwestlich von Billingsbach und 10-SHA mit 108,1 Hektar südlich von Billingsbach geplant, zusammen also 165,7 Hektar. In dem neuen Entwurf ist das Gebiet 09-SHA im Gebiet 10-SHA aufgegangen, das jetzt nur noch 146,3 Hektar umfasst und damit Platz für sechs Windräder bietet. 77,6 Hektar davon liegen auf Langenburger Markung, 68,7 Hektar auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Blaufelden.

Im Entwurf des Flächennutzungsplans der Verwaltungsgemeinschaft Gerabronn-Langenburg ist im Brüchlinger Wald bisher noch Platz für 16 Windräder vorgesehen. Allerdings ist es möglich, dass der Platz im Lauf des Verfahrens weiter reduziert wird.

Überlegungen aus der Mitte des Gemeinderats, die Verwaltungsgemeinschaft Gerabronn-Langenburg könne sich im Flächennutzungsplan auf das Vorranggebiet des Regionalverbands beschränken und so die Zahl der möglichen Windkraftanlagen verringern, erteilte Verbandsdirektor Klaus Mandel eine Absage. Während der Regionalverband sich auf Gebiete beschränke, die unproblematisch erschienen, hätten die Kommunen den Auftrag, "der Windkraft substanziell Raum zu schaffen".

Massive Einwände gegen die Windräder im Brüchlinger Wald brachte Stadtrat Jürgen Brück vor. "Es kann nicht sein, dass auf dem Rücken aller ausgetragen wird, was nur einigen wenigen Vorteile bringt", sagte Brück. Die Landesregierung versuche, ihre Ziele auf Biegen und Brechen durchzusetzen. "Warum müssen Windkraftanlagen in einem gesunden Ökosystem installiert werden?", fragte der Stadtrat.

Neun Ja-Stimmen

Den Beschluss, den Entwurf des Regionalverbands ohne Stellungnahme zur Kenntnis zu nehmen, fasste der Gemeinderat mit neun Ja-Stimmen bei einer Enthaltung. Fürst Philipp, der Eigentümer des Brüchlinger Waldes, nahm wie zwei weitere Stadträte nicht an der Sitzung teil.

Rund zwei Dutzend Bürger hatten die Fragestunde zu Beginn der Sitzung dazu genutzt, Bedenken gegen den Windpark vorzubringen. Unter anderen regten sie an, für den Mindestabstand von Windrädern von der Wohnbebauung die zehnfache Nabenhöhe vorzuschreiben. "Ein Abstand von 2000 Meter zu Atzenrod wäre toll und würde das Windkraftgebiet verkleinern", sagte eine Zuhörerin. Bürgermeister Class entgegnete, eine Anfrage beim Umweltministerium habe bereits ergeben, dass ein solcher Mindestabstand als unzulässig abgelehnt werde.

Auf Vorwürfe, der Gemeinderat mache sich zum Steigbügelhalter eines Investors, entgegnete Stadträtin Regine Stroner, der Gemeinderat mache sich vielmehr zum Steigbügelhalter der Energiewende.

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