Pilot bei Absturz getötet - 300.000 Euro Schaden

Die Ermittlungen zu dem Absturz des Hubschraubers am gestrigen Donnerstag laufen auf Hochtouren. Der Pilot stammt aus dem Öhringer Raum und starb bei dem Unglück. Der Sachschaden summiert sich auf 300.000 Euro.

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    Der Heckrotor mitsamt Halterung wird wahrscheinlich bei der Berührung mit der Stromleitung abgetrennt. Auch dieses teil fällt auf die A 6. Foto: 
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    Der Instrumentenblock liegt rund 50 Meter vom Wrack des Hubschraubers entfernt am Mittelstreifen der Autobahn 6. Foto: 
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    Hubschrauberabsturz bei Schwäbisch Hall, Autobahn A6 bei der Kochertalbrücke. Foto: 
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    Das Wrack des Hubschraubers - nach ersten Erkenntnissen eine R 44 des amerikanischen Herstellers Robinson Helicopter Company. Foto: 
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    Polizeibeamte und Sachverständige untersuchen amDonnerstag bei Schwäbisch Hall auf der Autobahn A6 das Wrack eines verunglückten Hubschraubers. Foto: 
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    Der Hubschrauber war auf die Autobahn 6 gestürzt und in Flammen aufgegangen. Foto: 
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    Den Angaben zufolge fiel der Helikopter auf der vielbefahrenen Transitstrecke zwischen der Anschlussstelle Schwäbisch Hall und kurz vor der Kochertalbrücke auf die Fahrbahn. Foto: 
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Trümmerteile liegen Hunderte Meter verteilt zwischen der Anschlussstelle Hall und der Kochertalbrücke. Nur schwer sind die Einzelteile einem Hubschrauber zuzuordnen: geschmolzen, zerbrochen, verbogen. Es riecht nach verbranntem Plastik. Dichter Nebel minimiert die Sicht auf der Autobahn 6, dazu kommen frostige Temperaturen - kein angenehmer Ort, keine angenehme Zeit.

Die Haller Feuerwehr kann dem Piloten des privaten Hubschraubers nicht mehr helfen - die Einsatzkräfte leuchten nur die Unfallstelle aus, damit die Polizei Spuren sichern kann - aber auch diese Aufgabe scheint unmöglich: Das Wrack und die Leiche des Piloten sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Rettungskräfte stehen fassungslos daneben.

Jochen Ekert, stellvertretender Kommandant der Crailsheimer Feuerwehr, ist Augenzeuge: "Ich fuhr mit dem Auto auf der A6 kurz nach Kupferzell. Da sah ich einen grellen Blitz. Beim Näherkommen dachte ich, dass es eventuell ein Spannungsüberschlag war."

300.000 Euro Schaden

Nach Recherchen unserer Redaktion wollte der Pilot den gelben Robinson R44, einen viersitzigen, einmotorigen Helikopter amerikanischer Bauart, von Augsburg aus überführen. Das bestätigte die Polizei am Freitag. Der Privathubschrauber war dort zur vorgeschriebenen Jahresüberprüfung abgestellt. Während des Rückfluges in den Hohenlohekreis verschlechterte sich offensichtlich aufgrund der Wetterlage die Sicht. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand unterschritt der Pilot deshalb die Mindestflughöhe - obwohl für solche Maschinen, die auf Sichtflug fliegen, eine Mindesthöhe von 150 Metern vorgeschrieben ist. Bei Braunsbach streifte die Maschine offenbar eine Hochspannungsleitung, fing Feuer, stürzte in die Tiefe und rammte noch einen Laster.

Der Notruf ging um 16.41 Uhr ein. Rettungskräfte konnten durch die Flammen nicht zum Wrack vordringen. Ohnehin kam für den Piloten jede Hilfe zu spät. Weitere Personen waren nicht an Bord. Nach Angaben des Südwestrundfunks hinterlässt der Familienvater Frau und Kinder. Ein Polizeisprecher wollte sich dazu am Freitag nicht äußern.

Pilot stammt aus dem Öhringer Raum

Bei dem Verunglückten handelt es sich laut Rolf Kircher von der Haller Polizei vermutlich um einen 44-Jährigen aus dem Öhringer Raum. "Die Leiche ist allerdings kaum zu identifizieren."

Wohin der Helikopter unterwegs war, ist nicht geklärt, berichtet Axel Raab von der Deutschen Flugsicherung. "Er hat sich bei unserem Wachleiter auf der Kontrollstelle Langen auch nicht gemeldet." Der Tower in Hall meldet, dass die Maschine auf dem Radar nicht zu sehen war. Das deute darauf hin, dass der Pilot sehr niedrig geflogen sei. Bei der beschädigten Leitung handelt es sich laut Transnet-BW-Sprecherin Regina König um eine Höchstspannungsleitung mit 380 Kilovolt. Ein Kabel wurde in der Mitte durchtrennt und hängt an beiden Masten herunter. EnBW hat die Leitung vom Netz genommen. Verbraucher in der Region hätten vermutlich nur ein kurzes Lichtflackern bemerkt. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird der Strom über andere Leitungen zu den Kunden geschickt.

Auf einer Brücke über die Autobahn zwischen Herdtlingshagen und Gaisdorf versammeln sich Schaulustige. Einer hat ein Fernglas mitgebracht, andere zücken ihr Handy, um Fotos zu schießen.

Die Autobahn war bis Freitag 2.20 Uhr voll gesperrt. Auf den örtlichen Umleitungsstrecken bildete sich ein erheblicher Rückstau.

Nach den bisherigen Feststellungen entstand bei dem Unglück ein Schaden von mehr als 300.000 Euro. In die Ermittlungen sind Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung eingeschaltet.

Erst im Juni war eine Maschine des gleichen Typs, ebenfalls in Augsburg gestartet, kurz vor dem Ziel bei Salzburg abgestürzt. Damals meldete der 26-jährige Pilot über Funk, dass er notlanden müsse. Wenig später verschwand die Maschine vom Radar. Beim Aufprall im Wald hatten die vier Personen im Alter von 22 bis 29 Jahren keine Chance.

Info
Die Polizeidirektion Schwäbisch Hall bittet Augenzeugen, sich unter Telefon 0791 / 400252 zu melden.

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