Pferdeprämierung beim Hengstfelder Viehmarkt

"Wir wollen, dass die Leute ihre Pferde rausbringen und vorstellen - schließlich soll der Markt bestehen bleiben", begründet Karlheinz Bauer die Tatsache, dass die Jury in Hengstfeld schon mal ein Auge zudrückt.

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Vom Pferdehof Roland Ehrmann in Schäftersheim stammen diese drei Grazien, die gestern auch die Juroren überzeugten. Fotos (3): Mathias Bartels

Von der landwirtschaftlichen Pflicht zur Kür: Das ist die Entwicklung, die der Hengstfelder (Vieh-)Markt über Jahrzehnte genommen hat. In Zeiten, in denen die Aufsicht über die Massentierzucht den Bauern strenge Vorgaben setzt, werden beim winterlichen Traditionsmarkt schon lange keine Rinder mehr aufgetrieben.

Das Betätigungsfeld der Juroren beschränkt sich seit fast 20 Jahren auf die Beurteilung von (Freizeit-) Pferden. 47 waren es gestern und damit wieder ein paar weniger als im Jahr zuvor. Doch auch die Pferdehaltung wird zunehmend schwieriger, geht sie doch, ernsthaft betrieben, ordentlich ins Geld. "Deshalb freuen wir uns, wenn neben den wenigen Züchtern auch Freizeitreiter ihre Tiere nach Hengstfeld bringen, sich Ratschläge holen und ihr Material im Kreis Gleichgesinnter vergleichen können", so Juror Bauer.

"Wenn wir allein nach Zuchtkriterien beurteilen müssten, würden wir wohl weniger gute Resultate haben", lässt Karlheinz Bauer aus Schrozberg vom Pferdezuchtverein Hohenlohe-Franken wissen. Und sein Mitjuror Karlheinz Steeb fügt schmunzelnd an: "Bei den Viechern sind heute wir mal human." Das heißt nicht, dass bei der Pferdeprämierung alles nur über den grünen Klee gelobt würde. Da gibt es schon Anregungen, Lob und Tadel und Tipps, wie ein Pony oder ein Großpferd besser zu präsentieren wäre.

So wäre es vor vielleicht 30 Jahren noch undenkbar gewesen, dass ein 28-jähriges Pferd vorgestellt worden wäre. Heute freuen sich Jury wie Besucher - darunter wieder vier Klassen der Julius-Wengert-Schule in Wallhausen - über Christine Saueressigs 28 Jahre alten Wallach, der noch gut in Schuss ist, bei ihr das Gnadenbrot bekommt und im Übrigen "den anderen Tieren zeigt, wie man sich im Stall benimmt". Für sie ist es einfach ein Spaß, ihren Wapo vorzustellen. Und selbst der Wallach hatte noch ein Aha-Erlebnis: Er hat wohl zum ersten Mal in seinem langen Pferdeleben einen Esel gesehen - und war sichtlich aufgeregt. So drückt denn die Jury schon mal ein Auge zu und sorgt dafür, dass der Viehmarkt stets zu einer runden Sache wird. Auf ein Neues 2014 also!

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