Perfektes Wetter zum Surfen

Es hätte kein besseres Wetter geben können, um die neuen DSL-Leitungen auf Schrozberger Gebiet in Betrieb zu nehmen. Windig wars in Windisch-Bockenfeld - perfekt, um nun richtig schnell zu surfen.

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Ein lautes Hupen stört die ländliche Ruhe in Windisch-Bockenfeld am Donnerstag gegen 10 Uhr. Der Wagen der LBV-Bäckerei macht wie jede Woche einmal hier Halt. Die 82-jährige Hilde Vogt plaudert kurz mit der Verkäuferin und freut sich, dass sie bei dem heftigen Wind nicht erst weit weg fahren muss, um leckere Backwaren zu kaufen. Und auch sonst ist an diesem Vormittag in dem beschaulichen Schrozberger Ortsteil mit seinen knapp 30 Einwohnern mehr los als an gewöhnlichen Wochentagen.

Bürgermeister Klemens Izsak, einige Stadträte, Ortsvorsteher und Bürger sowie Vertreter der Telekom sind gekommen, um die neue DSL-Verbindung symbolisch in Betrieb zu nehmen. In der Ortsmitte von Windisch-Bockenfeld steht jetzt ein grauer Kasten, mit dem auch die Schrozberger Ortsteile Gemmhagen, Großbärenweiler, Kleinbärenweiler, Schmalfelden, Speckheim, Standorf und Wolfskreut Zugang zum schnellen Internet haben. Izsak betont, dass damit flächendeckend alle 53 zu Schrozberg gehörenden Dörfer, Weiler und Höfe mit DSL versorgt sind - eine Ausnahme im ländlichen Raum, die die Bürger zu schätzen wissen, wie bei einer kleinen Feier kommuniziert wird.

"Auf den Anschluss an die schnelle Welt", sagt das Stadtoberhaupt und stößt mit einem Glas Sekt auf die gelungene Maßnahme an. Diese habe nur dank der Entscheidungsfreude der Stadträte und mit viel Durchhaltevermögen durchgesetzt werden können, erklärt Bauamtsleiter Thomas Pöschik.

Mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 50 Megabit pro Sekunde können nun mehr als 200 Haushalte vom Breitbandausbau profitieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Telekom - je nach Entfernung zum Schaltgehäuse. Mehr als elf Kilometer Glasfaserkabel wurden neu verbaut, die Stadt verlegte dafür neun Kilometer an Leerrohren. Das Land Baden-Württemberg gewährt Zuschüsse in Höhe von 150 000 Euro.

160 000 Euro der Baukosten übernimmt die Stadt Schrozberg. Das Geld weiß Klemens Izsak gut investiert. "Wer heutzutage kein schnelles Internet hat, hat eindeutige Wettbewerbsnachteile", erklärt der Bürgermeister. Dass für die Bürger aus der Schrozberger Landwehr der neue DSL-Anschluss keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die Tatsache, dass am Sonntag deswegen in Leuzendorf sogar ein kleines Fest gefeiert werden soll. "Mit Breitbandnudeln und Kabelsalat", wie am Donnerstag gescherzt wird.

Was die Seniorin Hilde Vogt mit ihren 82 Jahren wohl zum schnellen Internet sagt? Es gibt Gott sei Dank viele Dinge, die muss man nicht übers World Wide Web regeln, sondern man kann sie noch bequem vor Ort erledigen. Auch wenn man sich vielleicht nur einen leckeren Hefezopf bei der netten LBV-Frau vor der Haustüre kauft - und sich diesen genüsslich und in aller Ruhe schmecken lässt.

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