Pater Anselm Grün begeistert bei Auftritt in Blaufelden mehr als 1000 Besucher

Er gibt so viel Mut und Kraft, schenkt Freude und Vertrauen, lässt das Leben und seine vielen Aspekte in einem besonderen Licht erscheinen, rückt die Werte zurecht, nimmt die Menschen mit und lässt sie nicht mehr los: Benediktinerpater Anselm Grün.

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  • Nach dem Vortrag signierte Pater Anselm Grün Bücher. 1/4
    Nach dem Vortrag signierte Pater Anselm Grün Bücher.
  • Schaut vor allem nach vorne: Pater Anselm Grün vom Kloster Münsterschwarzach versucht in der abgedunkelten Mehrzweckhalle in Blaufelden einen Fragesteller ausfindig zu machen. Fotos: Wolfgang Rupp 2/4
    Schaut vor allem nach vorne: Pater Anselm Grün vom Kloster Münsterschwarzach versucht in der abgedunkelten Mehrzweckhalle in Blaufelden einen Fragesteller ausfindig zu machen. Fotos: Wolfgang Rupp Foto: 
  • 1000 Besucher kamen nach Blaufelden 3/4
    1000 Besucher kamen nach Blaufelden Foto: 
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    Pater Anselm Grün. Foto: 
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Er war am Montagabend in Blaufelden zu Gast und hinterließ bei den mehr als 1000 Besuchern nachhaltige, sehr nachhaltige Eindrücke. Man möchte ihm jeden Tag zuhören, sich von ihm tragen und leiten lassen, sich ihm anvertrauen. Hätten wir doch mehr Menschen mit dieser Ausstrahlung und Ruhe, mit diesem großen Wissen und tiefen Glauben, dieser Überzeugung und Kraft, die er an andere weitergibt!

Freilich kann man jeden Tag und zu jeder Stunde auf eines seiner mehr als 300 Bücher zurückgreifen, sich mit seinen Vorstellungen und Aussagen zu Herz und Glück, Leib und Seele, Spiritualität und Lebenskunst, Engeln und Heimat, Träumen und Depressionen beschäftigen. Und doch hat es eine ganz andere Qualität, geht es mehr in die Tiefe und ins Herz, ist es eindrücklicher und nachhaltiger, wenn man ihn vor den Augen hat, den Mönch mit dem langen grauen Haar, dem langen grauen Bart, dem einmal nachdenklichen Gesichtsausdruck und dann wieder fast verschmitzten Lächeln. Wenn man seine ungemein beruhigende Stimme hört und mehr als Tausend Menschen in sich gekehrt und geradezu andächtig zuhören. Sie können an diesem Abend viel, sehr viel mit nach Hause nehmen, was zum einen dem Redner zu verdanken ist und zum anderen dem JUG Blaufelden, dem Förderverein für die evangelische Jugendarbeit in Blaufelden. Er hat diese Veranstaltung organisiert und seiner Arbeit (er finanziert die Stelle des Jugendreferenten) kommt der Erlös zugute.

Vergangenheit abarbeiten

So ist es Pfarrer Marcus Götz und dem Projektchor Brettheim unter Leitung von Thomas und Eva Hammer vorbehalten, den Abend mit einem Kurzinterview und Liedern zu eröffnen. Dann kehrt Stille in die große Halle ein, herrscht Ruhe und Schweigen, was bei manchen Menschen geradezu Panik auslöst. Nicht an diesem unter dem Thema "Ruhe und Zufriedenheit" stehenden Abend, aber im Alltag, weil sie keine Ruhe finden, schwere Lasten tragen, mit Schuldgefühlen leben, ständig nach Veränderungen streben, Erwartungen erfüllen wollen und müssen, sich nicht freimachen können. Pater Anselm rät seinen Zuhörern, die Vergangenheit mit all ihren Ängsten und Lasten abzuarbeiten und den Weg zu sich selbst zu suchen, statt Veränderung ("ist immer etwas aggressiv") Verwandlung ("ist viel sanfter") anzustreben, nicht hart, sondern gut mit sich umzugehen, Selbstüberschätzung und Selbstentwertung abzulegen und sich so anzunehmen, wie wir sind.

Dem eigenen Herz trauen

Pater Anselm hebt den Wert und die Bedeutung von Güte und Demut hervor, von Sanftmut und Gelassenheit. Wir müssen uns nicht ständig beweisen, so sein Credo, und uns unter Druck setzen. Aufatmen, sich frei machen von den Erwartungen, Ansprüchen und Wünschen anderer, leben statt gelebt zu werden, lautet seine Botschaft für ein sinnerfülltes, gutes, zufriedenes Dasein. Und: Sage, was du spürst, und nicht das, was andere von dir erwarten. Pater Anselm ist nicht nur Lebenshelfer, sondern auch Friedensbotschafter. Und wie können Friede und Freiheit hergestellt, gefestigt und erhalten werden? Zuerst müssen wir in Einklang mit uns selbst kommen, Ängste, Depressionen, Neid, Eifersucht, Ärger ablegen und dankbar sein für das eigene Leben. Und: Der eigenen Seele und dem eigenen Herz trauen. Wer gespalten ist, spaltet auch andere und ist damit nicht friedenstauglich. Er wird es dann, wenn er mit den anderen spricht, wenn er Verständnis zeigt, die Hand reicht, mit dem Feind Freundschaft schließt.

Die Stille wird durch lang anhaltenden Applaus beendet. In der Fragerunde geht es um Burn-out und Krankheit, Tod und Religionen, Zölibat und Ängste.

Dann wird es wieder still in der großen Halle, noch stiller als vorher. Die Besucher erheben sich von ihren Plätzen, kreuzen ihre Arme über der Brust und Pater Anselm spricht ein Nachtgebet. Schon heute möchte man wieder mit ihm beten, ihm zuhören, in sich gehen, diese Ruhe und Zufriedenheit spüren, die in unserer hektischen Zeit immer seltener zu werden scheint.

Lesen Sie hier unser großes HT-Interview mit Pater Anselm Grün

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