Obersteinach feiert sich selbst

600 Obersteinacher haben am Wochenende mit 1500 Besuchern ein rauschendes Heimatfest gefeiert. Einer der Höhepunkte: der Heimatabend am Samstag im Bierzelt hinter dem Dorf.

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  • Die Landfrauen bewiesen, dass das Motto "Riewer, niewer, nuff. . ." in Obersteinach seine Berechtigung hat. Foto: Ute Schäfer 1/2
    Die Landfrauen bewiesen, dass das Motto "Riewer, niewer, nuff. . ." in Obersteinach seine Berechtigung hat. Foto: Ute Schäfer
  • Die jungen Mitglieder aller Obersteinacher Chöre füllten bei ihrem gemeinsamen Auftritt die Bühne des Bierzeltes fast komplett aus. 2/2
    Die jungen Mitglieder aller Obersteinacher Chöre füllten bei ihrem gemeinsamen Auftritt die Bühne des Bierzeltes fast komplett aus.
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Ein Dorf feiert sich selbst - und es wird gefeiert. Das war die heimliche Devise des Heimatabends in Obersteinach, zu dem rund 1500 Besucher gekommen waren, darunter auch die Bürgermeister aus Ilshofen und der österreichischen Partnergemeinde Kleinsölk, Wurmthaler und Brandner, und MdL Helmut W. Rüeck.

Alle zehn Jahre feiert Obersteinach das Heimatfest. Und bei dieser fünften Ausgabe des Festes brachten die Obersteinacher ein Programm auf die Bühne, das sich sehen lassen konnte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es überhaupt nur höchstens 600 Dorfbewohner gibt, Babys mitgezählt.

Erstaunlich etwa, wie viele Kinder auf der Bühne standen, als alle Obersteinacher Chöre gemeinsam auftraten. Und begeistert haben auch die jungen Mädchen. Die hatten kurzentschlossen erklärt, den Heimatabend mit einem eigenen Tanz aufzupeppen, erklärten die Moderatoren Monika Fischer und Heinz Kastenholz mit unverhohlener Bewunderung. Mit viel Schwung kamen die jungen Mädels deshalb auf die Bühne gehüpft und führten einen flotten Tanz auf, den sie per Zuschauervotum als Zugabe gleich noch einmal tanzen mussten. Mindestens 15 Mädels waren das, "aber mehr gibt es auch nicht", erklärten Eingeweihte lachend - und mit berechtigtem Stolz. Dennoch eine stolze Anzahl! "Wir sind halt in allen Bereichen aktiv", witzelten die Obersteinacher augenzwinkernd.

Insider-Witze galt es auch bei den Landfrauen zu verstehen, die mit Büttelversen viel Stimmung machten und den Wahlspruch des Dorfes mit Bierkrügen vorführten. Und der lautet schließlich: "Riewer, niewer, nuff. . ."

Doch was veranlasst Menschen dazu, sich in ihrer Heimat zu engagieren? Diese Frage stellte sich Ortsvorsteher Manfred Betz in einer etwas anderen Festrede. "Dahaam isch do, wo Gaggelich und Ebira kaane Fremdwörter siin. Wo ma sei ko, wia mr isch. Heimat isch, wo mr waas, do g"hert mr no." Und in diesem Sinne sei ein Heimatabend auch heutzutage durchaus noch zeitgemäß. Das fanden auch die Besucher, die bis spät in die Nacht feierten. Denn der Obersteinacher Wahlspruch geht noch weiter, nämlich so: ". . .Schdoanich is guat druff." Na bitte!

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