Ob Confiserie, Kühlraum oder Kirche - nicht überall wütet die Sommerhitze

Wenn bei uns endlich einmal südliche Temperaturen herrschen, freuen sich all diejenigen, die das Sommerwetter am Baggersee oder im Freibad genießen können.

|
Vorherige Inhalte
  • 1/2
  • Genießt die angenehmen Temperaturen an ihrem Arbeitsplatz: Rosemarie Herrmann, Mesnerin der Ulrichskirche in Blaufelden. Foto: Linda Galumbo 2/2
    Genießt die angenehmen Temperaturen an ihrem Arbeitsplatz: Rosemarie Herrmann, Mesnerin der Ulrichskirche in Blaufelden. Foto: Linda Galumbo
Nächste Inhalte

Für viele Beschäftigte im unklimatisierten Büro oder in der freien Natur wird die Arbeit während der Affenhitze jedoch oftmals zu einer Tortur.

Doch wer kennt es nicht, das wohltuende Gefühl, wenn man im Hochsommer während des Urlaubs in Barcelona die "Sagrada Familia", in Rom den Petersdom oder einfach die kleine Dorfkapelle von nebenan betritt? Eine kurze Verschnaufpause von der anstrengenden Stadtführung in der Mittagssonne. Mit einem erleichterten "Gott sei Dank - endlich mal wieder Schatten und Kühle" werden die ersten Schritte in die Kirche getätigt. Die Schweißperlen werden noch schnell mit dem Taschentuch abgetupft, bevor es ans Vaterunser-Beten geht. Die Kirche bietet nämlich niedrige, angenehme Temperaturen, während draußen das Eis innerhalb von Sekunden dahinschmilzt. Wenn also die Glocken der Ulrichskirche in Blaufelden am Wochenende ertönen, klingt das schon fast wie eine Einladung zur großen Flucht vor der Hitze. Hitzefrei? Kennt sie nicht. Klimaanlage? Nicht an ihrem Arbeitsplatz. Kleiderordnung? Ist für sie höchstens eine Frage des Anstands.

Sie ist Rosemarie Herrmann. Sie ist Mesnerin der evangelischen Kirche in Blaufelden und kann sich über die derartig hohen Temperaturen bei der Arbeit nicht beschweren. Egal, ob sie gerade die Liedernummern für den Gottesdienst aufsteckt, den Blumenschmuck erneuert oder die Kirche fegt - bei 19 Grad beneidet sie wohl gerade der ein oder andere Schwitzende um ihren Arbeitsplatz. 15 Grad seien für den Sommer normal, doch das Gebäude hat sich wegen der hohen Temperaturen der letzten Wochen sehr aufgeheizt. Im Winter hingegen kann es schon einmal vorkommen, dass Rosemarie Herrmann ihre Dienste mit einer dicken Daunenjacke erledigt. Da fallen die Temperaturen nämlich auf sechs bis acht Grad.

"Am Donnerstag war es mir zu Hause so warm, dass ich am Nachmittag zum Putzen in die Kirche gegangen bin", sagt Herrmann. Heute und morgen geht es in der Ulrichskirche richtig zur Sache. Am Samstag steht eine große Trauung an mit über 150 Gästen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren - Rosemarie Herrmann ist noch für den Feinschliff zuständig. "Mir macht es unheimlich Spaß, mit jungen Brautpaaren zusammenzuarbeiten", so die 49-Jährige. Und natürlich muss der wöchentliche Gottesdienst am Sonntag vorbereitet werden.

Mit dem ganzen Herzen dabei

Vor allem der Kontakt zu den Leuten habe sie vor elf Jahren dazu bewegt, den Mesner-Dienst zu übernehmen. Laut Herrmann "ist es nicht nur ein Job, man muss mit ganzem Herzen dabei sein". Viele ältere Leute sind alleinstehend und haben kaum soziale Kontakte, um sich auszutauschen. Auch das sieht Rosemarie Herrmann als ihre Aufgabe an, nämlich in der Gemeinde präsent zu sein.

Die evangelische Kirche in Blaufelden ist täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet - für alle Besucher also eine Möglichkeit, die Stille zu genießen, in sich zu gehen und zu beten. Und wer weiß, vielleicht schaut am Wochenende jemand auch aus anderen Gründen vorbei - zum Beispiel, um vor der Hitze zu fliehen und einfach die Kühle in den dicken Wänden zu genießen. Ein Schmunzeln ruft jedenfalls schon ein Gästebucheintrag aus den letzten Wochen hervor: "Die Kirche ist schön kühl."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Großbaustelle in Crailsheim

Kamptmann baut ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude im Gewerbegebiet Hardt. 5,5 Millionen Euro soll der Neubau kosten, im April 2018 soll er einsatzbereit sein. weiter lesen