Nudel-Rückruf per Anzeige

Mit einer Anzeige baten gestern zwei Selbstvermarkter aus dem Bühlertal darum, Nudeln aus ihrer Produktion zurückzugeben. Was der Grund dafür ist, will das Verbraucherschutzamt aber nicht genau erklären.

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"Bitte wegen möglicher Gesundheitsgefährdung die Sorten ,Breite Nudeln und ,Suppennudeln mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 30.09.2013 zurückbringen. In jedem Fall vor dem Verzehr ausreichend durcherhitzen, 8 bis 12 Minuten in kochendem Wasser." So steht es in der Anzeige, welche die Selbstvermarkterfamilien Lay aus Obersontheim und Preiss aus Vellberg-Talheim gestern in Zeitungen geschaltet haben.

Was verkürzt dramatisch klingt, relativiert Dr. Werner Schreiber, Leiter des Amts für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises in Ilshofen: "Es geht nur darum, auch auf den letzten 0,0001 Prozent Sicherheit zu erreichen."

Bei den Proben von Ende Dezember, die das Amt regelmäßig nimmt, sei ein mikrobakterieller Befund festgestellt worden. Genauer wollte die Behörde nicht darauf eingehen - auch keine Beispiele für mögliche Ursachen oder Folgen nennen.

Das Regierungspräsidium habe von ihm verlangt, zusätzlich zur Information an den Marktständen auch eine Anzeige zu schalten. "Dabei sind die Nudeln wahrscheinlich schon gegessen", meint er. Lay vermarktet selbst hergestellte Nudeln "frisch vom Bauernhof".

Mikrobakterien, wie sie in den Nudeln gefunden worden seien, könnten bei der Produktion von Nahrungsmitteln aus Tierprodukten häufiger vorkommen, erklärt Dr. Thomas Pfisterer. Der stellvertretende Amtsleiter ist für den Fall zuständig. "Deshalb machen wir die Untersuchungen ja auch, weil es mal etwas im oder am Ei geben kann. Da kann ja der Produzent nichts dafür."

Klar sei: Wer die Nudeln wie allgemein üblich vor dem Essen abkocht, bringe sich nicht in Gefahr. Die Warnung sei herausgegeben worden, falls Menschen auf die Idee kommen könnten, die Teigwaren roh zu essen - beispielsweise dann, wenn man sie Kindern zum Zahnen gibt. Koche man sie länger als acht bis zwölf Minuten, würden die Bakterien abgetötet. Das sollte bei Nudeln, die aus Eiern hergestellt werden, auch zum gesunden Menschenverstand gehören, meint Pfisterer. "Deshalb werden Eier ja auch nicht roh gegessen."

Betroffen sind 500 Packungen mit jeweils 500 Gramm Bandnudeln und Suppennudeln aus der Produktion der Bühlertaler Selbstvermarkter, allesamt mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 30. September 2013. "Und zwar nur die", stellt Pfisterer klar. Fälschlicherweise meinten einige Kunden, dass nicht nur die genannte Charge der Teigwaren betroffen sei, berichtet Lay. "Manche Leute beziehen das auf alle Sorten."

Gleich nach dem Ergebnis der Untersuchung hätten sich die Betriebe vorbildlich und äußerst kooperativ verhalten, berichtet Pfisterer. Die Packungen seien zurückgezogen und an Verkaufsstellen Schilder aufgestellt worden. So seien die Kunden gebeten worden, die Nudeln zurückzugeben oder vor dem Essen gut abzukochen.

Lebensmittel-Produzenten seien dazu verpflichtet, erklärt das Verbraucherschutzamt. Ein Umtausch der Produkte sei aber nicht zwingend notwendig: "Gekocht können sie ja gegessen werden", so Pfisterer. Die Nudeln gab es an verschiedenen Stellen zu kaufen, beispielsweise an den Ständen der Hersteller auf diversen Märkten wie dem Lukas-Markt in Schwäbisch Hall und in den Hofläden. "Außerdem haben auch einige wenige Einzelhändler in der Region die Nudeln im Sortiment", weiß Pfisterer.

Lay befürchtet nun, dass die Rückrufaktion seinen Umsatz schmälert. Welchen Schaden sie anrichtet, weiß er noch nicht. Die Familie Preiss war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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