Neujahrsempfang in Stimpfach: Strobel äußert sich kritisch zu Windkraft-Plänen

"Es wird ein arbeitsreiches Jahr", kündigte Bürgermeister Matthias Strobel beim Neujahrsempfang in Stimpfach an. Der Schultes befürchtet in Sachen Windkraft und Jugend einen "Wandel zum Schlechten".

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  • Trotz kritischer Worte zu Windkraft und Schulpolitik freut sich Stimpfachs Bürgermeister Matthias Strobel (rechts) auf ein spannendes Jahr 2013 und sucht das Gespräch mit seinen Gästen. Fotos: Kerstin Schellhorn 1/2
    Trotz kritischer Worte zu Windkraft und Schulpolitik freut sich Stimpfachs Bürgermeister Matthias Strobel (rechts) auf ein spannendes Jahr 2013 und sucht das Gespräch mit seinen Gästen. Fotos: Kerstin Schellhorn
  • Der Schülerchor liefert beste Unterhaltung mit kindlichem Charme. 2/2
    Der Schülerchor liefert beste Unterhaltung mit kindlichem Charme.
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Die Hauptschule geschlossen, die Zukunft der Jugendherberge ungewiss, die Pläne für die Windkraftanlagen aufgezwungen - Stimpfachs Bürgermeister Matthias Strobel scheute sich nicht, gleich zu Beginn seiner Rede zum Neujahrsempfang gestern Vormittag Kontroverses anzusprechen.

"Es sind schwierige Themen, die uns von fremder Stelle auferlegt wurden und mit denen wir uns beschäftigen müssen", sagte der Schultes in der Kaspar-Mettmann-Schule. Die Politik habe dem ländlichen Raum einen weitreichenden Wandel zum Schlechten hin auferlegt, der die Gemeinde ausblute. In Sachen Windkraft sei es frustrierend, dass Kommunen aufgezwungene Pläne umsetzen müssten, obwohl sie dem Thema kritisch gegenüberstünden. Behörden bekämen vom Land zu wenig Informationen und es blieben mehr Fragen als Antworten. "Es bleibt zu befürchten, dass es die Bürger sein werden, die dies ausbaden müssen", so Strobel. Er forderte, dass eine Wertschöpfung in der Gemeinde möglich sein müsse, würden die Windräder in Stimpfach tatsächlich gebaut.

Dass der Betrieb der Hauptschule im Sommer auslaufe, liege ebenfalls in der Verantwortung der Politik - genauer: in der der Schulpolitik. Sie sei vorsätzlich darauf aus, kleine Schulen auf dem flachen Land kaputt zu machen. Dennoch oder gerade deshalb erklärte der Bürgermeister die Jugend zum Schwerpunktthema dieses Jahres. Das Betreuungsangebot der Grundschule als auch des Kindergartens soll weiter ausgebaut werden. "Bereits im zweiten Halbjahr werden wir in der Grundschule eine Mittagsbetreuung an zwei Tagen der Woche anbieten können", sagte er.

In den frei werdenden Räumen der Hauptschule könne möglicherweise ein Jugendraum eingerichtet werden. Dazu solle in einer Umfrage geklärt werden, welche Angebote für Jugendliche es in der Gemeinde bereits gebe, um anschließend ein passendes Konzept erarbeiten zu können. Außerdem kündigte er an, dass die Diskussion um die Erhaltung der Jugendherberge im Rechenberger Schloss weitergehe und noch nicht beendet sei.

Matthias Strobel informierte seine Gäste zudem über die geplanten Investitionen der Gemeinde. Wie im vergangenen Jahr stünden rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Mit einer herben Einschränkung: "Wir bekommen deutlich weniger Mittel aus dem kommunalen Finanzausgleich. Dadurch fehlen uns dieses Jahr mehrere Hunderttausend Euro." Dennoch sollen mehrere kleine Vorhaben umgesetzt werden, wie etwa der Austausch einer Wasserleitung in Weipertshofen. Darüber hinaus will die Gemeinde Stimpfach das Breitbandkabelnetz ausbauen.

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