Neue Orgel in der Bächlinger Johanneskirche löst ein jahrhundertealtes Problem

Eine neue Orgel an einem neuen Standort in der Johanneskirche zu Bächlingen löst ein Problem in Wohlgefallen auf, das seit sage und schreibe 238 Jahren immer wieder für Ärger und Unmut sorgte.

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  • Mit dem neuen Orgel-Standort sehr zufrieden (von links): Orgel-Experte Burkhart Goethe, Restauratorin Janna Goethe, Kirchengemeinderatsvorsitzende Marianne Mühlenstedt, Pfarrer Ulrich Hermann und Orgelbauer Tilman Trefz. Foto: Harald Zigan 1/2
    Mit dem neuen Orgel-Standort sehr zufrieden (von links): Orgel-Experte Burkhart Goethe, Restauratorin Janna Goethe, Kirchengemeinderatsvorsitzende Marianne Mühlenstedt, Pfarrer Ulrich Hermann und Orgelbauer Tilman Trefz. Foto: Harald Zigan
  • Keine riesige Orgel wie bisher stört mehr den Blick auf die Fresken im Chor der Bächlinger Kirche. Foto: Bernd Kurz 2/2
    Keine riesige Orgel wie bisher stört mehr den Blick auf die Fresken im Chor der Bächlinger Kirche. Foto: Bernd Kurz
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Der Zoff begann schon anno 1775, als Georg Martin Gessinger aus Rothenburg die erste Orgel für das Bächlinger Gotteshaus lieferte: Das Instrument war nämlich weitaus größer als bestellt - der Orgelbauer hatte mit dem vertrauten Rothenburger Fuß gerechnet, die Bächlinger dagegen mit der hohenlohischen Version des Längenmaßes.

Und dann verdeckte die kostspielige Neuanschaffung auf einer Empore zu allem Überdruss auch noch die Kanzel, weshalb die Orgel nach 20 Jahren in den Chor des Gotteshauses versetzt wurde. Aber auch mit diesem Standort wurden die Bächlinger nicht glücklich. Als anno 1914 die übermalten Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Kreuzgewölbe des Chors entdeckt wurden, kam das Riesentrumm den bewundernden Blicken in die Höhe erst recht in die Quere.

Mit der im Jahr 2006 gestarteten Kirchenrenovierung, die mit insgesamt 646.000 Euro zu Buche schlug und bei der auch die unschätzbar wertvollen Wandbilder restauriert wurden, bot sich die Chance, das Orgel-Problem ein für allemal zu lösen.

Die Kirchengemeinde in Leukershausen übernahm schließlich im Jahr 2012 das Instrument, und im Bächlinger Kirchengemeinderat fiel bereits im Jahr 2010 der Beschluss, einen neuen, "schlanken" Nachfolger zum Kostenpunkt von rund 100.000 Euro anzuschaffen und unter einer Seitenempore im Kirchenschiff aufzustellen.

Mit einer pfiffigen Idee wird hier Platz für die Orgel gespart: Die großen Basspfeifen mitsamt dem voluminösen Magazinbalg und der elektrischen Windmaschine wurden von unten unsichtbar auf der Empore installiert.

Derzeit ist der Stuttgarter Orgelbauer Tilman Trefz in der Bächlinger Kirche damit beschäftigt, seinem Werk bis zur Einweihung am Ostersonntag den letzten Schliff zu geben.

Lob von kompetenter Seite hat er schon jetzt erhalten: Der Haller Kirchenmusikdirektor Burkhart Goethe, der für die Württembergische Landeskirche auch als Orgelsachverständiger landauf landab unterwegs ist, rühmte nicht nur die warme Klangfarbe, sondern auch eine vor allem in Hohenlohe verbreitete Spezialität der neuen Orgel: ein Zimbelstern, der sich sichtbar am Gehäuse der Orgel dreht, schlägt vier Glöckchen an, die früher nur an Weihnachten und bei der Taufe von Buben erklingen durften.

Die Finanzierung der neuen Orgel muss die 240 Köpfe zählende Kirchengemeinde Bächlingen aus eigener Kraft stemmen. Der Langenburger Pfarrer Ulrich Hermann und Marianne Mühlenstedt, die Laienvorsitzende des Kirchengemeinderates, sind aber zuversichtlich, dass die Bächlinger und andere Unterstützer ihre Spendierhosen nicht ausgezogen haben. . .

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