Neue Hegegemeinschaft steht

Die Bewirtschaftung der Fließgewässer ist vor Probleme gestellt, die einzelne Vereine und Personen nicht mehr lösen können. Deshalb wurde nun die Fischerei-Hegegemeinschaft Rot/Kocher gegründet.

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Der Vorstand der neu gegründeten Hegegemeinschaft Rot/Kocher. Das Bild zeigt (von links): Gerhard Cieslik, Günter Mayr, Roland Miola, Klaus Setzer, Hans-Jörg Holspach und Roland Bader. Foto: Reinhold Haring

Lange wurde darüber diskutiert, nun wurden bei einer Versammlung in Fichtenberg Nägel mit Köpfen gemacht: Die Fischereiberechtigten entlang der Fichtenberger Rot und deren Einzugsgebiet im Kochers haben nun offiziell die Fischerei-Hegegemeinschaft Kocher/Rot als losen Zusammenschluss gebildet. Allerdings waren bei der Gründungsversammlung nur die Vereinsvertreter anwesend, die privaten Fischereiberechtigten glänzten durch Abwesenheit, sollen aber mit ins Boot geholt werden.

Ziel der Hegegemeinschaft ist es, Maßnahmen zum Schutz und zur Hebung des Fischbestands in diesen Gewässern zu planen, zu koordinieren und gemeinsam durchzuführen. Insbesondere sollen die heimischen Fischarten wie Bachforelle und Äsche gehegt und deren Bestand gefestigt und gefördert werden. Aber auch die Umwelt soll nicht zu kurz kommen: So sollen Maßnahmen zur Erhaltung des Landschaftsbildes und des natürlichen Wasserlaufs gefördert werden.

Wie solche Maßnahmen aussehen können, zeigte Diplom-Biologe Markus Sander in seinem Fachvortrag am Beispiel der idealen Gewässerstruktur und damit der optimalen Laichstruktur auf. So müssen verschiedene Funktionsräume für Fische geschaffen werden, die sie als Lebensräume brauchen. Dazu gehören auch unterschiedliche Wassertiefen, weil diese machen den Fischbestand aus. Oder den Funktionsraum Kiesbett, der für den Laichvorgang immens wichtig ist. Hier können schon mit wenig Aufwand und niedrigen Kosten deutliche Verbesserungen erzielt werden.

Auch der neue erste Vorsitzende Günter Mayr aus Oberrot, der im Übrigen die treibende Kraft für die neue Gemeinschaft war, hatte noch einige interessante Punkte auf der Agenda. So ging es wieder um die Kormoranvergrämung, ein Dauerstreitpunkt zwischen Fischer und Vogelschützer, vor allem, weil der Kormoran zu den größten Feinden der Fische zählt. Die Zahl der Kormorane nimmt dramatisch zu, sie sind nach Ansicht von Günter Mayr keine gefährdete Tierart mehr. Bayern zahlt mittlerweile sogar eine Abschussprämie, ein Vorhaben, das in Baden-Württemberg wegen der grün-roten Regierung derzeit undenkbar sei. Dennoch benötigen die Fische einen besseren Schutz, eine entsprechende Petition wurde aber abgelehnt.

Auch das Thema Signalkrebs stand erneut auf der Tagesordnung. Der Fang läuft in Oberrot recht erfolgreich. Mehr als 800 Signalkrebse wurden in Oberrot gefangen und verwertet.

Günter Mayr informierte zudem über weitere Maßnahmen, was die Durchgängigkeit von Rot und Kocher betreffen - etwa über das Wehr Neumühle oder das Umgehungsgerinne in Obermühle. Zudem soll der Besatz von Äschen und Bachforellen zwischen den Vereinen besser koordiniert werden, einfach auch, um Kosten zu sparen. In den nächsten Wochen soll der Kontakt zu den Behörden gesucht werden. Zum nächsten Treffen am 2. Oktober möchte man einen Vertreter des Landratsamts Schwäbisch Hall einladen.

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