Naturschutz begrenzt Wachstum

In seiner Mai-Sitzung hat der Gemeinderat Beschlüsse zu Bebauungsplänen in Mittelfischach und Hausen gefasst. In Rappoltshofen könnte das Landschaftsschutzgebiet Fischachtal weitere Bauten verhindern.

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Das Fischachtal aus der Vogelperspektive von Schwäbisch Hall aus gesehen: Einige Teile sind Landschaftsschutzgebiet, die Besiedlung ist dünn. Archivfoto: Achim Köpf

Drei Bauplätze sind im Mittelfischacher Baugebiet Bruckgasse II vorgesehen. Sie sind bereits reserviert. Der landwirtschaftliche Weg, an dem entlang die Grundstücke liegen, soll als Straße mit fünfeinhalb Metern Breite ausgebaut werden, damit landwirtschaftliche Fahrzeuge an dort geparkten PKW vorbeikommen. Weder von Privatpersonen noch von Seiten der Behörden kamen Bedenken gegen diese Planung. Als Ersatz für eine 600 Quadratmeter große Wiese, die zum Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Oberes Bühlertal gehört, schlägt die Gemeinde eine Fläche bei Unterfischach vor, die sich durch extensive Bewirtschaftung zu einer sogenannten mageren Flachlandmähwiese entwickeln soll. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat den Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss für diesen Bebauungsplan gefasst.

Für das Baugebiet Hinterwiesen II in Hausen mit vier schon reservierten Wohnbauplätzen hat die Gemeinde ein Geruchsgutachten erstellen lassen. Es sollte sicherstellen, dass die landwirtschaftlichen Gerüche auf den geplanten Grundstücken vertretbar sind.

Außerdem sollte es gewährleisten, dass die beiden landwirtschaftlichen Betriebe Schmidt und Bullinger trotz Wohnbebauung noch wachsen können.

Das Ergebnis der Untersuchungen zeigte, dass die Geruchsbelastung im Bereich der Bauplätze weit unter der zulässigen Obergrenze liegt. Der Abstand zu den Bauernhöfen ist groß genug, damit sie sich noch erweitern können. Mit dem einstimmigen Aufstellungsbeschluss des Rats wird der Bebauungsplan jetzt öffentlich ausgelegt. Die zwei vorderen Bauplätze sind schon erschlossen. Die Stichstraße für die beiden Bauplätze in zweiter Reihe wird im Sommer gebaut.

Auch in Rappoltshofen besteht Bedarf an Bauplätzen. Deshalb will die Gemeinde versuchen, im östlichen Bereich des Ortes einen Bebauungsplan aufzustellen beziehungsweise den Geltungsbereich der Abrundungssatzung zu erweitern.

Das Problem ist, dass diese Flächen zum Landschaftsschutzgebiet Fischachtal gehören und dort nicht gebaut werden darf. Bisher hat das Landratsamt noch keine Flächen aus dem Schutzgebiet herausgenommen. "Einen Versuch ist es wert. Es wäre schade, wenn sich eine Ortschaft generell wegen eines Landschaftsschutzgebiets nicht mehr weiterentwickeln könnte", meinte Bürgermeister Siegfried Trittner.

Für einen sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan hat der Rat ebenfalls den Aufstellungsbeschluss gefasst. Hier will ein Bauherr im Bereich "Gemeine Wiesen" auf der nordwestlichen Seite der Hirtensteige auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Bauplatz ein Wohnhaus errichten. Die Kosten für den Bebauungsplan und die Erschließung trägt der Bauherr.

Freie Bauplätze im Angebot hat Obersontheim im Baugebiet Gaukler V. Bis zum Sommer werden dort zwölf und bis Spätherbst neun weitere Plätze erschlossen, wurde im Gemeinderat mitgeteilt.

Außerdem plant die Gemeinde in Untersontheim eine Erweiterung des Baugebiets Burgmehl. Dort sollen 2015 rund 25 Bauplätze erschlossen werden.

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