Nachruf: Der ehemalige Fichtenberger Gemeinderat Hans Weller ist gestorben

33 Jahre saß Hans Weller im Fichtenberger Gemeinderat. Bis 2004 hat er die Geschicke der Gemeinde mitbestimmt und maßgebliche Entscheidungen getroffen. Jetzt ist er im Alter von 76 Jahren gestorben.

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Kommunalwahl 2004, gleich ist Bewerbungsschluss: Heinz Weller, damals Vorsitzender des Fichtenberger Wahlausschusses, schaut auf die Uhr. Archivfoto: Färber

Im Langert ist Hans Weller vor 76 Jahren geboren und im Langert ist er geblieben bis zuletzt. Verhockt ist er in dem Fichtenberger Teilort nicht: Als Fichtenberger Gemeinderat war er dabei, als Weichen gestellt und maßgebliche Entscheidungen für jene Zukunft Fichtenbergs getroffen wurden, die heute Gegenwart ist.

Vor allem den 21. Juli 1995 wird Hans Weller in seiner Erinnerung bewahrt haben. An diesem für Fichtenberg historischen Tag streckte er zusammen mit Martin Schmidt und Margot Kiesel für jene "Variante 14" der künftigen Umgehungsstraße, die schließlich, nachdem der Beschluss per Bürgerentscheid bekräftigt worden war, auch gebaut wurde. Alle anderen Gemeinderäte, dies nur der Vollständigkeit halber, waren befangen.

1971, kurz nach der Gemeindereform ist Hans Weller zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt worden. Bis zum 30. Juli 2004 saß der Techniker als Vertreter der Ortsteile Hornberg, Hornberger Reute, Langert, Plapphof, Rupphof und Retzenhof ohne Unterbrechung in dem Gremium, und danach arbeitete er bis 2012 weiterhin im unabhängigen Gutachterausschuss mit. Als Gemeinderat erlebte er die Kreisreform von 1973, die eine räumliche Neuorientierung der Gemeinde mit sich brachte. Man beschäftigte sich mit ureigenen kommunalen Belangen wie der Grundversorgung und der baulichen Entwicklung der Gemeinde, man blickte aber auch über die Gemeindegrenzen und suchte Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die Schulkooperation mit der Nachbargemeinde Oberrot etwa besteht bereits seit 1976 und funktioniert bis heute. Auch an der Gründung des Abwasserzweckverbandes Rottal im Jahr 1996 wirkte Hans Weller mit.

Und - maßgeblich - an der Gründung der Bürgerstiftung Fichtenberg mit Mitteln aus dem Verkauf der EnBW-Aktien. Die Diskussion, die damals entbrannte, als der Vorschlag auf dem Tisch lag, verlief etwas schräg, weil die beiden Listen sich nicht recht vertragen wollten; es gab allerlei Störfeuer und schließlich gar einen rechtswidrigen Gemeinderatsbeschluss, der umgehend vom Kommunalamt kassiert wurde. Und als die meisten noch peinlich bemüht nach Rechtfertigungen suchten, stand Hans Weller in öffentlicher Sitzung auf und erklärte, dass man Mist gebaut habe. Man habe zugelassen, dass persönliche Beweggründe, dass Sympathien und Antipathien eine Sachdiskussion beinflussten und das dürfe nicht geschehen. Es war ein klares und gültiges Wort zur rechten Zeit und schon dafür verdient es Hans Weller, dass man die Erinnerung an ihn bewahrt.

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