Nach Laufener Schulbusunfall setzt die Gemeinde jetzt auf Abschreckung

Drängeln, Schieben, Schubsen: Fast alle Busschüler können davon berichten. Jetzt ist in Laufen ein Schüler angefahren worden - den Gemeinderäten reichts. Nun werden Maßnahmen ergriffen.

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Drängeln beim Einsteigen kann gefährlich werden. Nach einem Unfall in Laufen beschloss der Gemeinderat nun drastische Maßnahmen.  Foto: 

Die morgendliche Drängelei vor allem an der Laufener Haltestelle war bereits mehrfach Thema im Gemeinderat. Diesmal gab es einen aktuellen Anlass: Mitte April wurde ein Schüler nach vorn geschubst und geriet mit dem linken Fuß unter den tonnenschweren Vorderreifen des Busses. Der Fuß wurde überrollt, der Junge erlitt eine schwere Quetschung. Inzwischen kann er wieder laufen, doch der Arzt im Stauferklinikum habe es später als Wunder bezeichnet, dass nicht mehr passiert sei, so der Vater.

Der Busfahrer, so die Eltern, war geschockt: Er hatte den Unfall noch nicht einmal bemerkt. Dabei ist der Schüler kein Leichtgewicht: "Das ist es ja", so der Vater: "Wenn mein Sohn mit seinen 80 Kilo keine Chance hat, was ist dann mit Jüngeren? Ich möchte an alle Eltern appellieren, dass sie ihren Kindern deutlich machen, was da passieren kann." Ihm gehe es nicht um Schuldzuweisungen, machte er deutlich. Aber alle Beteiligten müssten nun reagieren: Schüler, Eltern, Busunternehmen und Gemeinde, soweit dies möglich sei. Das betreffe auch die Eltern der jüngeren Schüler. "Die Kleinen drängeln nämlich genauso wie die Großen", hat sein Sohn berichtet.

Vergeblich hatte die Gemeinde zuvor Schüler als Busaufsicht gesucht - nicht einmal das in Aussicht gestellte Taschengeld lockte, berichtete Bürgermeister Bock. Auf ein Gitter oder eine Kette an der Haltebucht will man auch weiterhin verzichten - die Schüler würden nur statt gegen den Bus gegen das Gitter gequetscht, war man sich im Gremium einig.

Sind die Laufener Schüler besonders uneinsichtig? Das Busunternehmen hat dem Vater dies jedenfalls erklärt: An der Laufener Haltestelle sei es am schlimmsten von allen. Das bezweifelten die Räte. Für Kathrin Freimüller liegt die Drängelei auch daran, dass im Bus bereits von Untergröningen her fast alle Sitzplätze besetzt sind und deshalb jeder versuche, einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern. Der zweite Bus, der nur in Sulzbach hält, sei dagegen leer. Ob man nicht einfach mal die Busse tauschen könne?

Klassenkameraden des Schülers hatten am Frankreichaustausch teilgenommen und berichtet, dass es Drängelei dort nicht so extrem gibt, weil konsequent gehandelt wird, so der Vater. Wer etwa eine rote Linie auf dem Schulhof übertrete, erhalte einen Verweis: "Das macht da keiner." Das brachte die Räte auf die Idee, 50 Zentimeter vor dem Bordstein eine rote Linie an der Haltestelle aufzubringen. In Absprache mit den Eltern und den Busunternehmen soll sie für Disziplin sorgen: Übertritt auch nur ein Schüler diese Linie, fährt der Bus nicht in die Haltebucht. Treten die Schüler nicht hinter die Linie zurück, darf der Busfahrer weiterfahren, ohne die Schüler mitzunehmen.

Das Gremium war sich jedoch einig: Funktionieren kann das nur, wenn die Eltern hinter dieser Maßnahme stehen - zum Schutz ihrer Kinder.

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