Mutter eines Down-Syndrom Kindes schreibt: "Vorurteile behindern uns"

Am heutigen Freitag ist der World-Down-Syndrom-Tag. Dazu schreibt uns Simone Schuster aus Braunsbach, Mutter eines Down-Kindes.

|

"Menschen mit DS haben in jeder Körperzelle 47 Chromosomen, während die typische Norm 46 Chromosomen zählt. Das Chromosom Nr. 21 ist dreifach vorhanden, deshalb spricht man auch von einer Trisomie 21. Aus dieser Chromosomenkonstellation setzt sich das Datum des Welt-Down-Syndrom-Tages, der 21.3., zusammen. Es besteht also kein Mangel, sondern ein "Überschuss" an Erbmaterial. Durch das Nichtauseinanderweichen der Chromosomen bei der Zellteilung direkt nach der Zeugung kommt es zu dieser Trisomie.

Der englische Arzt Langdon Down hat 1866 als Erster die Besonderheiten dieser Menschen beschrieben. Die Bezeichnung Down-Syndrom rührt also vom Namen des Arztes her. Als "down" von der Stimmungslage her kann man diese Menschen jedoch nicht bezeichnen.

DS ist keine Krankheit und somit nicht heilbar. Die Menschen leiden nicht unter dem DS, weil sie nicht krank sind. Es ist eine genetisch bedingte Veranlagung, die unveränderbar ist. Die geistigen Fähigkeiten der Kinder mit DS sind in der Vergangenheit gewaltig unterschätzt worden. Kinder mit DS sind erstaunlich lernfähig, wenn man ihnen die Chancen gibt, sich zu entfalten. Fast alle Kinder mit DS besuchen Regelkindergärten.

Kinderhaus in Braunsbach auf dem Vormarsch

Unser vierjähriger Sohn Patrick, ebenfalls mit dem Lächel-Chromosom auf die Welt gekommen, besucht mit Begeisterung das Kinderhaus in Braunsbach. Dort ist man integrativ bereits auf dem Vormarsch.

Als Schulkinder werden die allermeisten lesen und schreiben lernen. Integrative Schulen sind hierbei besonders erfolgreich. Vielleicht wird Patrick in ein paar Jahren auch in die Sulzdorfer Grundschule gehen. Sein großer Bruder Philipp ist dort super angekommen und fühlt sich in der integrativen Klasse, die mit dem Sonnenhof kooperiert, sehr wohl.

Menschen mit DS sind nicht alle gleich. Sie sind in ihren Begabungen, Fähigkeiten und Neigungen genauso individuell wie andere auch. Sie haben sonnige Gemüter, sind aber deshalb nicht dauerglücklich. Sie haben Gefühle wie wir alle - nur eine Spur intensiver. Sie erwidern mit einzigartiger Herzlichkeit Freundschaft und Liebe und reagieren auf rücksichtsloses Benehmen verletzt. Menschen mit DS sind nicht behindert. Was heute immer noch behindert, das sind Vorurteile! Übrigens: Ihre Lebenserwartung unterscheidet sich kaum noch von der von "Normal"-Syndromlern."

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Türöffner für Arbeitssuchende

Nicht überall genießen sie den besten Ruf, doch Personaldienstleister erleichtern vielen Menschen den Berufseinstieg. weiter lesen