Musikverein lehrt Wolpertshausener Grundschüler Instrumente zu spielen

"Kultur macht stark" heißt ein Bündnis, in dem Gemeinde, Grundschule und Musikverein Wolpertshausen zusammenarbeiten. Das Ziel: Kindern Musik nahebringen. Auch das Experiment mit der Klarinette gelingt.

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Marissa kneift die Augen zusammen, bläst die Backen auf und pustet. Und pustet. Aber aus der Klarinette kommt nur ein leises Krächzen. Marissa nimmt die Klarinette von den Lippen. "Du schaffst es", sagt Hans-Dieter Munz. "Es ist kinderleicht. Probiers nochmal. Aber nicht die Backen aufblasen." Marissa setzt die Klarinette wieder an die Lippen. Und pustet.

Wie die Viertklässlerin pusten auch 20 andere Kinder im Übungssaal des Musikvereins in die Klarinetten. Es klappt bei weitem nicht bei allen. Im Gegenteil. Das Gekrächze, Gepfeife und Gefiepe ist erstaunlich - und das Gekicher der Kinder ansteckend, denn die Geräusche sind gar zu lustig.

Klarinette spielen ist gar nicht so einfach

Wie Hans-Dieter Munz versuchen noch drei andere Musiker des Wolpertshausener Musikvereins, den Kindern das Klarinettespielen zu zeigen: Maren Kümmerer, Tamara Temes und Janine Breuninger. Sie erklären genau, wie das Instrument aufgebaut ist. Was die Birne ist, wo die Scharniere und Schrauben sitzen, und wie das Holzplättchen behandelt werden muss, das den Ton erzeugt.

Ton? So weit ist Marissa noch nicht. Sie spitzt die Lippen und müht sich redlich. Ein klägliches Fiepen entweicht dem Instrument. "Nicht aufgeben", ermuntert sie Hans-Dieter Munz. "Du schaffst es gleich."

Diese ganz besondere Musikstunde ist Teil des Programms "Kultur macht stark", erklärt Peter Kömmelt. Finanziert wird es vom Bildungsministerium in Berlin. Kömmelt ist Vorsitzender des Wolpertshausener Musikvereins und hat sich gefreut, dass der Verein für die Förderung ausgewählt wurde. "Das Programm will eigentlich Kinder bildungsferner Familien auf Musik aufmerksam machen." Nun sind die Wolpertshausener Kinder nicht unbedingt bildungsfern. "Aber fern von Musikschulen sind sie allemal", sagt Kömmelt, und das habe auch den Ausschlag gegeben, dass der Verein in das Programm aufgenommen wurde. Der Zugang zu Instrumenten dürfe nicht daran scheitern, dass die Kinder auf dem Land lebten und die nächste Musikschule weit weg sei, meint Kömmelt. "Das Interesse an der Musik kann man ja nicht früh genug wecken."

Die Kinder kommen aus der Grundschule in Wolpertshausen und werden im kommenden halben Jahr sechs mal zwei Stunden Musik und Instrumente kennenlernen. Das pädagogische Konzept beruht auf der Erkenntnis, dass sich das Wesen der Musik letztendlich nur durch das eigene Musizieren offenbart, erklärt Kömmelt. "Die Kinder sollen selber Musik machen", sagt er. "Und hinterher auch bei einem Konzert mitwirken."

Die Kinder sollen aber auch auf den Musikunterricht aufmerksam gemacht werden, den der Verein anbietet. Damit will der Verein zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, so Kömmelt. "Zum einen wollen wir Kinder für Musik begeistern. Und zum anderen hoffen wir natürlich, dass sie hinterher mit dem Instrument auch weitermachen - und später bei uns im Musikverein spielen."

Für Musik begeistern? Wenn aus der Klarinette nur ein klägliches Fiepen kommt? Marissa presst die Augen zusammen und bläst nochmal. "Die Klarinette etwas tiefer halten", rät Hans-Dieter Munz, und dann, wie durch ein Wunder, wird aus dem Pfeifen ein wunderbarer, volltönender Ton. Marissa reißt erstaunt die Augen auf, nimmt das Instrument von den Lippen und strahlt. Experiment Klarinette geglückt!

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