Mundart - wo die Seele ihren Atem schöpft

Nicht nur die Landschaft prägt den Menschen: Auch die Mundart spielt eine große Rolle für die heimatliche Gefühlswelt. Schon seit geraumer Zeit häufen sich freilich Stimmen, die auch dem hohenlohischen Dialekt nur noch wenig Überlebenschancen einräumen.

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Harald Zigan ist Redakteur des Hohenloher Tagblatts.  Foto: 

Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Mundart mit jeder neuen Generation fast zehn Prozent ihres Wortschatzes verliert. Und in einem globalen Dorf gehen die sprachlichen Diamanten einer Region zusehends in einer mausgrauen, undefinierbaren Wortsuppe unter.

Liegt die hohenlohische Mundart also schon auf dem Sterbebett? Oder stellt Hohenlohe noch eine Region dar, "die ihren Dialekt liebt, ist er doch eigentlich das Element, in welchem diese Seele ihren Atem schöpft", wie es der Dichterfürst Goethe formulierte?

Eine hoffnungsvolle Antwort darauf gab die Sprachwissenschaftlerin Caterina Polidoro, die im Hohenlohekreis mithilfe von Fragebögen das Mundart-Wissen ihrer 100 Interviewpartner aus verschiedenen Generationen untersuchte. Sie kommt in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass sich immerhin noch 45 Prozent der Befragten in der Sprachwelt der Mundart bewegen können.

Auch wenn nur noch ein einziger ihrer Probanden die richtige Bedeutung des Wortes "Fraale" kannte - damit ist nicht etwa eine "kleine Frau", sondern die "Großmutter" gemeint - ist der Wissenschaftlerin um die Zukunft der Mundart nicht bang: "Die Hohenloher sind ein sehr stolzes Volk, die wirklich alles versuchen, um ihre Sprache am Leben zu erhalten." Deshalb, so die Expertin, werde der Dialekt "noch lange weiterleben". Ihr Wort in Gottes Ohr. . .

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