Morgens um 6 gehts weiter

Ungehindert rollt der Verkehr auf der A 6. Nur ein paar beschädigte Leitplanken erinnern noch an die Massenkarambolage am Dienstag bei Kirchberg. Raphael Noe vom Technischen Hilfswerk war dabei.

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  • Als die Helfer des THW am Unfallort eintrafen, glich die Autobahn einem Schrottplatz: verkeilte Trucks, ineinandergeschobene Autos, Fahrzeugteile. Foto: Thomas Müller 1/2
    Als die Helfer des THW am Unfallort eintrafen, glich die Autobahn einem Schrottplatz: verkeilte Trucks, ineinandergeschobene Autos, Fahrzeugteile. Foto: Thomas Müller
  • Helfer des THW Hall, Weinsberg und Pfedelbach waren vor Ort. Foto: Thomas Müller 2/2
    Helfer des THW Hall, Weinsberg und Pfedelbach waren vor Ort. Foto: Thomas Müller
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Bei dem schweren Verkehrsunfall waren über 40 Fahrzeuge ineinander gerast und verkeilt. Bereits frühzeitig stellte sich heraus, dass die Räumungsarbeiten bis tief in die Nacht andauern werden. Mit aus diesem Grund wurde bereits am Nachmittag das Technische Hilfswerk (THW) aus der Region alarmiert und hinzugezogen.

Als Katastrophenschutzorganisation der Bundesrepublik agiert das THW auf Anforderung und unterstützt weitläufig die vorhanden Einsatzkräfte. Als die ersten THW-Einsatzkräfte an der Unfallstelle eintrafen, waren die Opfer des Unfalls bereits von der Unfallstelle weggebracht worden.

Somit stellte sich für die Helfer ein Bild dar, das einem Schrottplatz eher gleichkommt, als einer Autobahn. Verkeilte Lkw, ineinandergeschobene Autos und zur großen Verwunderung mitten in der Unfallstelle zwei Autos, die keinen einzigen Kratzer abbekommen hatten.

Mit ruhiger Professionalität wurde nun versucht, das Puzzle aus unzähligen Fahrzeugwracks auseinanderzunehmen. Der Radlader des THW Crailsheim half den privaten Bergungsunternehmen bei der Trümmerbeseitigung und Verladung der Fahrzeugteile. Viele der völlig zerstörten Fahrzeuge konnten nur mit großem Krafteinsatz voneinander gezogen werden. Das THW aus Schwäbisch Hall sowie die Gruppen aus Weinsberg und Pfedelbach stellten mit ihren großen Beleuchtungsanlagen genug Licht und Strom zur Verfügung, um ein ungehindertes Arbeiten des Bergungspersonals zu gewährleisten. In regelmäßigen Abständen fuhr auch der Winterdienst der Autobahnmeisterei und streute, da der einsetzende Schneefall die Straßen mitunter spiegelglatt machte.

Um kurz nach 1 Uhr wurden die ersten 30 Lastwagen, die seit den Mittagsstunden auf der Autobahn ausharren mussten, von der Polizei durch die Unfallstelle geleitet. Viele der Fahrer hatten die Wartezeit zum Schlafen genutzt und mussten von den Hilfskräften erst wieder aufgeweckt werden.

Gegen 2 Uhr konnte das Haller THW sein Licht ausschalten, da der letzte beschädigte Lkw von der Fahrspur gezogen wurde. Kurz darauf gab die Polizei die Fahrbahnen wieder für den Verkehr frei. Auf der Heimfahrt, über die noch gesperrte Autobahn, zeigte sich den Helfern erst das Ausmaß der Autobahnsperrung. Kilometerlange Lkw-Schlangen auf dem Standstreifen in Richtung Hall waren die Folgen der stundenlangen Vollsperrung.

Die 14 Helfer vom THW Ortsverband Schwäbisch Hall, von denen acht seit den Mittagsstunden im Einsatz waren, konnten um 3 Uhr morgens ihre vier großen Einsatzfahrzeuge wieder in die Garagen stellen und zu ihren Familien nach Hause zurückkehren. Bei vielen der ehrenamtlichen Helfer klingelt trotzdem morgens um 6 Uhr wieder der Wecker, um wie gewohnt zur Arbeit zu gehen.

Info Raphael Noe ist Gruppenführer der zweiten Bergungsgruppe des THW Ortsverbands Schwäbisch Hall.

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